Die Bürgerinitiative „Natürlich Bekow“ gegen Windräder zwischen Hagenow, Scharbow und Zapel will Interessierte darüber informieren, wie sie Bedenken gegen das Projekt einbringen können. Im Rathaus in Hagenow können sich Interessierte vom 7. August bis 7. September über die verschiedenen Umweltgutachten im Zusammenhang mit der Änderung des Flächennutzungsplans informieren. Diese Neufassung soll es möglich machen, das zurzeit lediglich zur landwirtschaftlichen Nutzung freigegebene Gelände zwischen Hagenow, Scharbow und Zapel künftig mit Windrädern bebauen zu können.
Bürgerinitiative hilft, Einwendungen einzureichen
Während der sogenannten „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“ können die Umweltgutachten eingesehen und kommentiert werden. Die Bürgerinitiative „Natürlich Bekow“, die sich gegen den Bau von Windrädern in dem Naherholungsgebiet „Bekow“ wehrt, will sich in das Verfahren einbringen. „Wir werden uns die Umweltgutachten genau anschauen, auch weil wir davon ausgehen, dass nicht alle umweltrelevanten Aspekte berücksichtigt sind“, sagt Roland Hochgesandt.
Er ist Gründungsmitglied der Bürgerinitiative und sieht, ebenso wie seine Mitstreiter, die Natur in der Bekow durch den möglichen Bau von Windanlagen in Gefahr. „Wir planen, uns als Bürgerinitiative in das Verfahren einzubringen und zusätzlich interessierte Bürger darüber informieren, wie sie ihren Protest ebenfalls ausdrücken können“, erklärt Hochgesandt.
Windräder widersprechen Lärmaktionsplan
Er wolle unter anderem wissen, ob in den Gutachten die Tatsache berücksichtigt ist, dass die Stadtvertretung Hagenow erst vor einem Jahr den städtischen Lärmaktionsplan fortgeschrieben hat. „In dem ist die Bekow als sogenanntes ‚Ruhegebiet‛ ausgewiesen“, macht Hochgesandt deutlich. Für ihn sei dadurch klar, dass sich Windanlagen damit ausschließen, denn die seien ein Lärmfaktor.
„Wenn sich die Rotoren in den Wind drehen, macht das genauso Geräusche, wie das Rauschen der Rotorblätter und das Pfeifen des Windes um das Rad an sich“, führt er aus. Zudem wolle er prüfen, ob alle schützenswerten Vogelarten in den Gutachten aufgeführt sind, erläutert der passionierte Hobby-Ornithologe. Er lädt alle Bürger ein, sich die Gutachten ebenso anzusehen und ihre Einwände vorzubringen.
„Wir sind am 14. August von 17 bis 21 Uhr in der Schneiderei Beckmann an der Langen Straße 4 in Hagenow anzutreffen. Dort wollen wir Interessierte über unsere Befürchtungen informieren und deutlich machen, wie wir die Gutachten interpretieren und wie jeder seine Einwendung bei der Stadt vorbringen kann“, erläutert Hochgesandt.