Anklamer Feuerwehr trauert um Kurt Pooch – ein letzter Wunsch bleibt
Anklamer Feuerwehr trauert um Kurt Pooch

Die Anklamer Feuerwehr trauert um Kurt Pooch, der am 20. Juli nach langer Krankheit verstorben ist. Der 78-Jährige, liebevoll „Kuddel“ genannt, war mehr als 55 Jahre Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und hat Generationen von Nachwuchsbrandschützern geprägt. Noch kurz vor seinem Tod konnten ihm seine Kameraden einen Herzenswunsch erfüllen.

Ein Leben für die Feuerwehr

Pooch trat im Alter von 23 Jahren der Wehr bei und blieb ihr bis zuletzt treu. Der Hauptlöschmeister war in verschiedenen Positionen aktiv – als Maschinist, im Versorgungszug und vor allem in der Jugendarbeit. 1993 übernahm er die Leitung der Jugendfeuerwehr und bewahrte sie damit vor der Auflösung.

In einem Interview zum 25. Jubiläum der Jugendfeuerwehr erklärte er, dass er vorher nie etwas mit Jugendarbeit zu tun gehabt habe. Doch er lernte schnell, dass dazu nicht nur das Rollen von Schläuchen und das Durchführen von Löschangriffen gehört, sondern auch Elternversammlungen, Disco-Nachmittage und Ausflüge. „Wir haben schon ganz Mecklenburg-Vorpommern abgegrast“, sagte Pooch damals.

Kameradschaft und Verantwortung

Für Pooch bedeutete Feuerwehr Kameradschaftsgeist und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Sein Ziel war es, die Jugendlichen für den aktiven Dienst auszubilden – zum Schutz der Bevölkerung. „Die größte Bestätigung war für mich, wenn sich Menschen bei mir bedankt haben, weil ich ihnen helfen konnte“, so Pooch über seinen Antrieb für das Ehrenamt.

Viele seiner Schützlinge sind heute noch aktive Mitglieder einer Wehr, auch wenn sie aus beruflichen oder privaten Gründen die vorpommersche Heimat verlassen haben. 2004 gab Pooch die Leitung der Jugendarbeit ab, blieb der Feuerwehr aber weiterhin verbunden.

Ehrenamt und Hauptamt

Der gelernte Fleischer, der später als Kraftfahrer arbeitete, war ehrenamtlich als Maschinist und im Versorgungszug aktiv. 2007 wechselte er in die Ehrenabteilung. Beruflich war er bei der Hansestadt Anklam als Gerätewart angestellt, bevor er 2010 in den Ruhestand ging.

Auch als Rentner unterstützte er die Kameraden bei der Verpflegung während Diensten, Einsätzen und Veranstaltungen. Zuletzt konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv teilnehmen, verfolgte das Geschehen aber mit großem Interesse. Die Wehrführung schreibt in ihrem Nachruf, er sei „wegen seines fachlichen Wissens und Könnens sowie seines kameradschaftlichen Verhaltens geschätzt“ worden.

Ein letzter Wunsch erfüllt

Nur wenige Tage vor seinem Tod konnten ihn seine Kameraden zum Tag der offenen Tür Mitte Juli ein letztes Mal in der Feuerwache in der Anklamer Peenstraße begrüßen. Man bedauere den großen Verlust und werde sein Andenken in Ehren halten. 2014 wurde Pooch für sein Engagement die Ehrennadel der Hansestadt Anklam verliehen.