Am Dienstag, dem 1. September, kommen in Tützpatz Vertreter aus Kommunen, Landkreis und Wirtschaft zusammen, um eine gemeinsame Erklärung zur „Modellregion Tollense“ zu unterzeichnen. Die Region soll dabei in ihrer Vorreiterrolle für die Energiewende gewürdigt werden.
Gemeinsame Ziele für die Region
„Der Ausbau der erneuerbaren Energien bietet unserer Region die Chance, ihre wirtschaftliche Entwicklung aktiv zu gestalten und langfristig von einer modernen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung zu profitieren“, heißt es in einer Ankündigung der Wirtschaftsfördergesellschaft der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Modellregion Tollense stehe beispielhaft für die Verknüpfung von Energieerzeugung, Speichertechnologien, Infrastruktur und Wertschöpfung.
Die Gästeliste zeigt, dass sich auch andere Regionen in Mecklenburg-Vorpommern etwas abschauen könnten: Neben Seenplatte-Landrat Thomas Müller, Altentreptows Bürgermeisterin Claudia Ellgoth und dem Berater Christian Dahlke wird auch Staatssekretärin Ines Jesse aus dem Schweriner Wirtschaftsministerium erwartet. Bei einer Diskussion wollen sich Projektpartner wie die Städte Altentreptow und Friedland oder die Unternehmen Windbauer, Komesker und Daberkower Landhof austauschen.
Energie aus der Region für die Region
„Hier kann Energie aus der Region für die Region erzeugt werden“, erläutert Anya Schlie, Sprecherin der Wirtschaftsfördergesellschaft, die Ansiedlungsstrategie. Dieses Potenzial wolle man gezielt der Wirtschaft vermitteln, um Investitionen in neue Projekte anzustoßen. Durch eine stärkere Zusammenarbeit von Wirtschaft, Kommunen, Wissenschaft und Politik sollen langfristige Perspektiven für die gesamte Region geschaffen werden – und zukunftsfähige Arbeitsplätze.
Viele Grundlagen gebe es bereits vor Ort, sagt die Sprecherin und verweist auf den Energieknotenpunkt Bartow-Iven. In der Gemeinde Bartow am Rande des Seenplatte-Kreises gibt es bereits ein Umspannwerk. Der „Solarpark Breest Nord“ und das „Grüne Gewerbegebiet Breest“ sollen hinzukommen, wie die Gemeinde im Frühjahr abgesegnet hatte. Zugleich soll eine große Batteriespeicherstation entstehen.
Netzausbau und Perspektiven
Im benachbarten Iven, bereits zum Landkreis Vorpommern-Greifswald gehörig, befindet sich ab 2028 ein passender Netzpunkt, ab dem der Strom in alle Himmelsrichtungen transportiert werden soll. Die Pläne für eine neue 380-Kilovolt-Freileitung von Pasewalk über Iven und Siedenbrünzow bis nach Güstrow sind bereits weit fortgeschritten.
Die gemeinsame Erklärung soll ein Bekenntnis dazu sein, solche Projekte weiterzuentwickeln. Das Versprechen dahinter ist, dass die Infrastruktur langfristig günstigen Strom und Wärme durch Abwärme, etwa von Rechenzentren, für die Menschen vor Ort liefern solle.