Fall Fabian: Verwandter schildert Geldsorgen der Angeklagten
Fall Fabian: Verwandter schildert Geldsorgen

Im Mordprozess um den getöteten Fabian hat ein Verwandter der Angeklagten vor dem Landgericht Rostock deren finanzielle Schwierigkeiten geschildert. Der Zeuge aus dem familiären Umfeld der 30-Jährigen sagte aus, diese habe Anfang 2025 aus Geldnot eine Umschuldung vornehmen wollen. Für die Aufnahme eines neuen Kredits in fünfstelliger Höhe habe sie ihn um eine Bürgschaft gebeten, der er zugestimmt habe. Aktuell zahlten die Großeltern der Angeklagten, bei denen sie zuletzt gewohnt habe, die Raten.

Vorwurf: Tötung an einem Teich

Laut Anklage soll die Frau Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam danach in Brand gesetzt haben. Als mögliches Motiv nennt die Anklage das Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und das zeitweise Ende dieser Beziehung.

Beziehung als „hauptsächlich harmonisch“ beschrieben

Die Beziehung zwischen der Angeklagten und Fabians Vater, den der Zeuge seit Jahren kennt und mit dem er Kontakt hat, beschrieb er vor Gericht als „hauptsächlich harmonisch“. Allerdings berichtete er auch von einer Situation, die an ihn herangetragen worden sei, in der der Kindesvater der Angeklagten gegenüber handgreiflich geworden sein soll. Das sei etwa zwei Jahre her.

Dem Zeugen zufolge hat die Angeklagte bereits in jungen Jahren unter Verlustängsten gelitten. Es sei für sie schwierig, Menschen gehen zu lassen, die sie ins Herz geschlossen habe.

Prozess dauert länger als geplant

Die Angeklagte hatte am Montag erstmals im Prozess ausgesagt und in einer vierstündigen Erklärung die Tatvorwürfe zurückgewiesen. In dem Indizienprozess wurden bereits Dutzende Zeugen gehört und etliche Gutachten vorgelegt. Am Donnerstag setzte das Landgericht sechs zusätzliche Verhandlungstermine bis zum 8. Oktober an. Ursprünglich hätte das Urteil bereits am 10. September gesprochen werden sollen. Der Mammutprozess läuft seit Ende April.