In Boizenburg hat die Stadtvertretung mit knapper Mehrheit beschlossen, künftig keine städtischen Feuerwerke mehr zu veranstalten. Der Beschluss fiel mit nur einer Stimme Mehrheit und sorgt weiterhin für Diskussionsstoff.
Hintergrund der Entscheidung
Die Debatte um die Sinnhaftigkeit von Feuerwerken hat auch die Stadt an der Elbe erreicht. In der Begründung heißt es: „Feuerwerke besitzen einen traditionellen Unterhaltungswert und werden häufig als Höhepunkt öffentlicher Veranstaltungen wahrgenommen. In den vergangenen Jahren hat sich die öffentliche Wahrnehmung von Feuerwerken jedoch verändert. Während früher vor allem der Unterhaltungswert im Vordergrund stand, gewinnen Aspekte wie Nachhaltigkeit, Klima- und Artenschutz sowie Rücksichtnahme auf Mensch und Tier zunehmend an Bedeutung.“
Vor diesem Hintergrund erschien eine Neubewertung des Einsatzes von Pyrotechnik gegeben. Der Verzicht auf Feuerwerke stellt demnach eine Möglichkeit dar, finanzielle Ressourcen effizienter einzusetzen, ohne die grundsätzliche Attraktivität von Veranstaltungen wesentlich zu beeinträchtigen.
Kosten und Kritik
Bisher hat die Stadt für die Feste mit Feuerwerk gut 7000 Euro ausgegeben. Geld, das bei den derzeit äußerst knappen Kassen anders verwendet werden könnte, wie sich ein Teil der Stadtvertretung und der Verwaltung einig sind.
Lutz Heinrich von der örtlichen CDU sieht das anders: „Der Stadt wird wieder ein bisschen mehr Spaß genommen“, argumentiert er und fügt an, dass zu den Festen mit Feuerwerk ebendieses auch noch den ein oder anderen Gast mehr zu den Buden der Schausteller gelockt hat.
Alternativen und Verwendung der Mittel
Die Befürworter der Entscheidung sehen sich nicht als Spaßbremsen. Sie wollen kein Geld mehr verbrennen und weisen darauf hin, dass Feuerwerke nicht grundsätzlich verboten seien, sondern nur die Stadt nicht mehr für ein solches aufkommt. Privat organisierten Feuerwerken stehe nichts im Wege.
Katharina Wiener von Bürger für Boizenburg (BfB) hob hervor, dass es Alternativen zu diesem knallenden Spektakel gebe. Sie hatte den Antrag eingebracht, dass das bisher für Feuerwerke ausgegebene Geld in den Kinder- und Jugend-, in den sozialen oder in den kulturellen Bereich fließen soll. Das würde in ihren Augen mehr Spaß und Freude in die Stadt bringen als zweimal im Jahr ein Geknalle und bunte Raketen.
Dieser Vorschlag fand eine Mehrheit unter den anwesenden Stadtvertretern, ebenso wie die grundsätzliche städtische Abkehr vom Feuerwerk. Die Entscheidung war knapp: Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde der Beschluss getragen. Es war offensichtlich, dass er, abseits vom Feuerwerk, noch für Zündstoff sorgen kann.