Das Demminer Museum soll künftig als Zweckbetrieb eines gemeinnützigen Vereins geführt werden. Dafür ist die Gründung des Trägervereins „Demminer Museum e. V.“ vorgesehen. Ziel ist der Betrieb eines Museums zur Erhaltung, Erforschung und Vermittlung der regionalen Geschichte und Natur sowie der bildenden und angewandten Kunst.
Entscheidung im Oktober
Im Hauptausschuss wurde das neue Konzept beraten und an die Stadtvertretung im Oktober verwiesen. Diese wird letztlich darüber entscheiden, ob das Konzept beschlossen wird. Bürgermeister Thomas Witkowski sagt: „Das Museumskonzept ist mit der Arbeitsgruppe Museum in den vergangenen Jahren entstanden und hat jetzt die Form, der Stadtvertretung vorgelegt zu werden.“ Nur mit der Idee des Trägervereins sei die Umsetzung des Museums möglich.
Bisher habe es keine Gespräche gegeben, wer an dem Verein mitwirken kann. Klar ist, dass bei der Ausgestaltung des Vereins „die Stadtvertreter auf jeden Fall“ mitgenommen werden, so Witkowski. Außerdem könnten alle aktive oder fördernde Mitglieder werden, etwa die Stadt, der Landkreis oder das Land. Der gesamte Museumsbestand bleibe im Eigentum der Hansestadt Demmin, versichert der Bürgermeister.
Umzug in den Klänhammer-Speicher geplant
Langfristig soll das Museum in den umgebauten Klänhammer-Speicher an der Peene ziehen. Bis dahin verbleibt der Fundus im Übergangsbetrieb in der Adolf-Pompe-Straße. Vor der Gründungsversammlung soll die Vereinssatzung mit dem Finanzamt abgestimmt werden. Die Satzung muss den gemeinnützigen Zweck festschreiben, die Museumsgründung als Zweckbetrieb vorsehen und den Übergangsbetrieb als temporäre Lösung benennen.
Nach der Verabschiedung der Satzung durch mindestens sieben Gründungsmitglieder wird der Vorstand gewählt. Anschließend erfolgt die Eintragung ins Vereinsregister und die Anmeldung beim Finanzamt. Der Zweckbetrieb ist umsatzsteuerbefreit. Einnahmen aus einem Museumsshop oder Restaurant gelten dagegen als steuerpflichtiger Geschäftsbetrieb.
Neue Struktur in fünf Abteilungen
Die bisherige Einteilung in 13 Sammlungen erwies sich als unübersichtlich und wird geändert. Künftig wird der Bestand in fünf Abteilungen strukturiert. Die Abteilung „Kulturgeschichte“ zeigt die Entwicklung der Region von der Ur- und Frühgeschichte bis heute mit archäologischen Funden, Werkzeugen, Münzen, liturgischen Geräten, Waffen und Kleidung. „Form und Kunst“ vereint angewandte und bildende Kunst von der Romanik bis zur Gegenwart.
Die Abteilung „Naturkunde“ informiert über Natur und Landschaft in den Flusstälern von Peene, Tollense und Trebel sowie über Eingriffe wie Entwässerung und Torfabbau. Neu ist eine Sammlung zum Thema „Drainage und Landschaftsentwicklung“. Bibliothek und Zeitungsarchiv bleiben Bestandteil des Museums. Seit den 1960er Jahren ausgelagerte Bestände wurden identifiziert und sollen zurückgeführt werden. Einige besiegelte Urkunden wurden restauriert und sind ausstellungsfähig.