„Wir zeigen Gesicht“: Plakataktion für Demokratie in Parchim
Plakataktion „Wir zeigen Gesicht“ in Parchim

Im September wird in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Überall hängen Plakate, auf denen Politiker unterschiedlicher Couleur mit ihren Slogans um Wählerstimmen werben. Doch es gibt auch Plakate, auf denen Menschen auf sich aufmerksam machen, die keine politische Partei vertreten.

Eine von ihnen ist Birgit Reschke. Die 65-Jährige engagiert sich nicht erst seit ihrem Eintritt in den Ruhestand im Netzwerk für Flüchtlinge. Ihr geht es darum, über die Plakataktion mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Es gehe zugleich um Networking. „Die Menschen sollen sehen, da ist jemand, der unsere Probleme und Gedanken aufnehmen und vielleicht auch helfen kann.“

Sichtbarkeit für die weltoffene Mehrheit

Gerade in ländlichen Regionen sind demokratische Stimmen im öffentlichen Raum oft unsichtbar. Das Straßenbild wird vielerorts von Plakaten und einfachen Parolen dominiert, während die Mehrheit der Menschen, die sich für ein solidarisches und weltoffenes Miteinander engagiert, kaum wahrgenommen wird. Das Projekt „Wir zeigen Gesicht. Für ein weltoffenes MV.“ möchte dies ändern. Es macht diese Mehrheit sichtbar – mit großformatigen Porträts von Menschen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Mecklenburg-Vorpommern repräsentieren.

Die Kampagne wird überwiegend ehrenamtlich getragen, von „Zusammen bewegen“ gemeinsam mit lokalen Initiativen, Vereinen, Kirchengemeinden und demokratischen Bündnissen in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Die Initiatoren betonen, dass es sich bei den abgebildeten Menschen nicht um Politiker handelt, sondern um Personen aus verschiedenen Lebensbereichen, die das Land jeden Tag aktiv mitgestalten. Für die Kampagne wurden Menschen aus der Region porträtiert, darunter Landwirte, Handwerker, Pflegekräfte, Mitglieder von Kirchengemeinden und Ehrenamtliche. Auch Künstler, Angehörige der migrantischen Community, Jugendliche und Initiativen wie „Omas gegen Rechts“ sind Teil des Projekts.

Klare Haltung hinter jedem Porträt

Jedes Porträt erzählt eine individuelle Geschichte und steht für eine klare Haltung: Demokratie, Vielfalt und gegenseitiger Respekt. Die Kampagne setzt auf positive Bilder statt auf Gegenparolen. Sie will Mut machen, Gespräche anregen und zeigen, dass Demokratie keine abstrakte Idee ist, sondern im Alltag gelebt wird. Die Organisatoren möchten verdeutlichen, dass die weltoffene Mehrheit in Mecklenburg-Vorpommern größer und vielfältiger ist, als es das Straßenbild vermuten lässt.

In Parchim werden die Plakate voraussichtlich ab dem 8. September vermehrt zu sehen sein. Dann bringt ein von „Zusammen bewegen“ initiierter Fahrrad-Corso die Aktion in die Kreisstadt.