Student organisiert Wahlforum: „Verantwortung übernehmen“ in Marlow
Student organisiert Wahlforum in Marlow

Finn Meinhardt (20), Student der Politikwissenschaft, veranstaltet am 25. August um 19 Uhr im Recknitzhotel in Marlow ein Forum mit Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl. Organisiert und moderiert wird der Abend ehrenamtlich und in Eigenregie. Alle acht eingeladenen Direktkandidaten des Wahlkreises 23 haben zugesagt.

Alle Kandidaten im Wahlkreis 23 haben zugesagt

Meinhardt hat die acht Bewerber um das Direktmandat im Wahlkreis 23 (Fischland-Darß, Ribnitz-Damgarten, Marlow, Barth) eingeladen. Es kommen: Michel Schiefler (SPD), Jan Steinfurth (AfD), Benjamin Heinke (CDU), Wenke Brüdgam (Linke), Maya Tischler (Grüne), Brian Kipke (FDP), Ulf Erichson (BSW) und Susann Wippermann (Einzelbewerberin). Wer am 22. September die meisten Erststimmen erhält, zieht direkt in den Landtag ein. Insgesamt werden in 36 Wahlkreisen neue Parlamentsmitglieder per Direktwahl bestimmt; weitere Personen rücken über die Landeslisten der Parteien nach.

Die Idee entstand im Vorjahr bei einem Fußballspiel, nachdem Meinhardt die Ausschreibung für den Bürgermeisterposten in Marlow gesehen hatte. Noch am selben Abend schrieb er die Kandidaten an. Im Mai 2025 fand das erste Forum statt – 250 Leute kamen. Ohne diese Veranstaltung hätten viele Wähler nichts über die Bewerber gewusst, sagt er.

Hotel-Chef lobt Demokratie-Verständnis

Steffen Buth, Chef des Recknitzhotels, lobt den jungen Mann: „Er bringt die Menschen zusammen und sorgt dafür, dass sie sich gegenseitig zuhören.“ Das gebe es aktuell viel zu selten in der Gesellschaft. „So funktioniert Demokratie“, so Buth. Das Hotel unterstütze daher gern.

Meinhardt hat aus dem ersten Forum gelernt: „Dieses Mal werde ich mein Zeitmanagement verbessern“, sagt er schmunzelnd. Zwei Stunden mit Fragen und Antworten können schnell vorbei sein. Die Vorbereitung dauert mehrere Wochen: Kandidaten einladen, Vorgespräche führen, Veranstaltungsort sichern, Techniker einweisen, Medien betreuen und am Abend Gäste begrüßen – alles macht er selbst. Am Saaleingang sollen Flyer aller Kandidaten ausliegen. Außerdem will er 22 Bürgermeister und den Landrat einladen.

Politik nahbar machen – und selbst neutral bleiben

Sein Ziel: „Politik nahbar machen“. Besucher sollen sich Informationen für ihre Wahlentscheidung holen und mit den Kandidaten ins Gespräch kommen. Bei der Moderation sei es wichtig, neutral zu bleiben. Inhaltliche Schwerpunkte schaue er sich vorher an und versuche, auf einzelne Bewerber einzugehen. „Der Rest ergibt sich von selbst.“ Aufgeregt sei er nicht: „Wenn der Abend erst einmal läuft, ist die meiste Arbeit schon geschafft.“

Seit zwei Jahren studiert Meinhardt Politik, Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Uni Rostock. Zu Jahresbeginn hat er sich mit einer PR-Firma selbstständig gemacht und arbeitet unter anderem für den Marlower Bürgermeister und die Stadt. Das Forum ist Ehrenamt – angestoßen durch Gespräche in Familie und Bekanntenkreis. „Ich wurde immer wieder gefragt, was man eigentlich macht, wenn man Politik studiert hat“, sagt er. Also suchte er „was Praktisches“. Selbstbewusstsein habe er als Schiedsrichter im Fußball getankt, bis zu achtmal im Monat pfeift er. „Ich bin viel konsequenter geworden, meine Entscheidungen zu vertreten.“

Ob er später selbst Politiker werden möchte, lässt er offen. Nach dem Bachelor will er den Master machen, vermutlich in Berlin. „Noch ist ja Zeit für solche Überlegungen.“ Wer am Dienstag, 25. August, dabei sein möchte: Einlass ist ab 18.30 Uhr im Recknitzhotel Marlow.