Die neue Radwegbrücke über die Warnow bei Vorbeck ist fertig und wurde offiziell an den Landkreis Ludwigslust-Parchim übergeben. Acht Meter Stahl verbinden nun die beiden Seiten der Warnow und schließen eine Lücke, die deutlich länger offen war, als ursprünglich gedacht. Radfahrer müssen nicht mehr auf den Verkehr achten und hoffen, dass zwischen Auto und Leitplanke genügend Platz bleibt.
Ende einer langen Geschichte
Für Sina Wallstabe, Fachdienstleiterin Straßen- und Tiefbau beim Landkreis, ist das Ende einer langen Geschichte erreicht. „Es ist viel Zeit vergangen und der ein oder andere hat wohl gar nicht mehr daran geglaubt, dass das Projekt fertig wird, doch nun ist es so weit“, sagte sie bei der Eröffnung.
Die neue Brücke liegt direkt neben der Straßenbrücke der Kreisstraße K105. Das Stahl-Fertigteil ist rund acht Meter lang und bietet Radfahrern eine etwa zweieinhalb Meter breite Fahrspur. Der Kostenpunkt liegt bei 323.000 Euro, einschließlich Planung und Vermessung. Damit ist der Radweg zwischen Gneven und Kritzow nun komplett.
Förderung und Finanzierung
Die Strecke war bereits zwischen 2022 und 2024 neu gebaut worden, doch ausgerechnet an der Warnow klaffte weiterhin eine Lücke. Die Radbrücke war zunächst nicht Bestandteil der Förderung und konnte deshalb bis Ende 2024 nicht gebaut werden. Der Landkreis bemühte sich seit 2022 um zusätzliche Fördermittel. Weil lange weder eine Zusage noch eine endgültige Absage kam, zog der Kreis schließlich selbst die Reißleine. 2024 wurde beschlossen, die Brücke zunächst aus Eigenmitteln zu finanzieren und Planung und Bau voranzutreiben.
Erst im Juli 2026 kam dann der positive Förderbescheid des Landesförderinstituts. Rund 90 Prozent der Gesamtmaßnahme wurden gefördert. „Das gesamte Projekt, mit Straßensanierung, Radweg und Brückensanierung und Radbrückenbau, hat rund sieben Millionen Euro gekostet“, erklärt Sina Wallstabe.
Bedeutung für die Region
Ganz neu ist die Verbindung über die Warnow nämlich nicht. Bereits von August 2018 bis Juni 2019 war die Straßenbrücke instand gesetzt worden. Es folgten von 2022 bis 2024 die Arbeiten an Straße und Radweg sowie 2023 und 2024 die notwendigen Ausgleichspflanzungen.
Für Landrat Stefan Sternberg (SPD) ist die fertige Strecke auch deshalb etwas Besonderes, weil die Sanierung von Straße und Radweg eines seiner ersten großen Projekte im Landkreis zu Beginn seiner Amtszeit war. „Aktuell schaffen wir es noch, aus jedem Euro im Landkreis drei zu machen, indem wir Fördermittel für viele Projekte bekommen“, sagte Stefan Sternberg.
„Allein die Sanierung der Straße ist schon ein enormer Vorteil für Winston Golf und das Gut Vorbeck sowie die Bürger, die in den Orten leben“, sagte Sina Wallstabe. Die Erinnerungen an den schlechten Zustand der Strecke zuvor seien inzwischen beinahe verblasst. Nun soll die neue Brücke vor allem eines: bleiben. Sternberg wünscht sich für das Bauwerk, „dass sich viele ganz lange daran erfreuen, damit gut umgehen und auch nicht vergessen, wie es vorher einmal ausgesehen hat“.
Hubert Dierkes, einstiger Bürgermeister von Gneven, erinnerte bei der Einweihung noch an eine Besonderheit aus der Geschichte des Bauwerks. Eine frühere Wehranlage habe überhaupt erst ermöglicht, dass die Radwegspur direkt neben dem Fahrstreifen der Straßenbrücke Platz finden konnte.
Für Gnevens Bürgermeisterin Gudrun Schoefer ist die Freude über die fertige Brücke allerdings mit einem kleinen Blick auf die nächste Lücke verbunden. Sie nutzte die Gelegenheit, Landrat Sternberg erneut auf den fehlenden Radweg im Bereich Godern aufmerksam zu machen. Kinder und Erwachsene müssten sich dort weiterhin auf der schlechten Straße entlangschlängeln oder durch den Wald fahren. „Wir brauchen ja keinen Asphalt-Radweg, eine wassergebundene Lösung würde schon helfen. Aber so kann es nicht bleiben“, sagte Gudrun Schoefer.