Wahl-Stress in Rostock: Mini-Partei bremst Stimmzetteldruck
Wahl-Stress: Mini-Partei bremst Stimmzetteldruck

In der Rostocker Stadtverwaltung laufen die Vorbereitungen für die Landtagswahl am 20. September auf Hochtouren. Amtsleiter Andreas Reinke will noch im August Stimmzettel drucken, Wahlhelfer einstellen, mehr als 170.000 Wahlbenachrichtigungen versenden und die Briefwahl starten. Der Zeitplan ist eng, denn zuletzt verzögerte sich der Druck der Stimmzettel. Grund war die Unklarheit, ob die Kleinpartei „Lobbyisten für Kinder“ in Mecklenburg-Vorpommern zur Wahl zugelassen wird.

Klarheit für den Stimmzettel

Seit Freitag steht fest, dass die Kleinpartei nicht antreten darf. „Damit stehen 19 Parteien auf dem Stimmzettel und nicht 20“, sagt Reinke. Er ist erleichtert, dass der Druck nun beginnen kann. „Aber wir hatten sicherheitshalber schon einmal zwei Varianten von Stimmzetteln vorbereitet, einmal mit und einmal ohne die ‚Lobbyisten für Kinder‘, damit wir sofort loslegen können, wenn es klar ist.“

Gedruckt werden so viele Stimmzettel, wie es Wahlberechtigte in der Hansestadt gibt – mehr als 170.000. Erstmals dürfen auch 16-Jährige über die Zusammensetzung des Landtags in Schwerin abstimmen.

Briefwahl startet später

„Wenn die Stimmzettel da sind, können wir die Briefwahlunterlagen rausschicken“, sagt Reinke. Eigentlich wollte er am 17. August mit der Briefwahl beginnen, doch wegen der Verzögerung hofft er nun auf Montag, 24. August. Ab dann sei die Briefwahlstelle in der Industriestraße 8 in Schmarl mit 18 Mitarbeitern voll besetzt. „Dann würden es die Kollegen nach telefonischer Rücksprache auch schon möglich machen, vor Ort zu wählen.“ Anmeldungen sind unter den Telefonnummern 0381/3811820 und 0381/3811821 möglich.

Der offizielle Startschuss in der Briefwahlstelle ist der 31. August. Dort stehen mehrere Wahlkabinen bereit. Geöffnet ist werktags von 8.30 bis 15 Uhr, dienstags und donnerstags bis 18 Uhr. „Die Anzahl der Briefwähler hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen“, sagt Reinke. Er rechnet mit 35 Prozent Briefwählern.

Wahlbenachrichtigungen und Wahlhelfer

Am Freitag, 14. August, hat Reinke den Druckauftrag für die Wahlbenachrichtigungen gegeben. Spätestens ab dem 20. August sollen sie in den Versand gehen. Im Stadtgebiet werden 134 Urnenwahlbezirke und 52 Briefwahlbezirke eingerichtet. Die Wahllokale stehen fest, und alle 29 Direktkandidaten in den vier Wahlbezirken wurden zugelassen.

Probleme bereiten weiterhin die Wahlhelfer. Rund 1500 werden am Wahltag benötigt. „Stand jetzt haben wir die glücklicherweise auch schon zusammen“, sagt Reinke. „Aber uns fehlen noch flexible Reservekräfte.“ Es fielen immer Leute aus, die kurzfristig ersetzt werden müssten. „Deshalb brauchen wir noch zirka 100 Wahlhelfer als Reserve“, sagt er. „Umso mehr wir haben, umso besser.“