Schwandter See: Trotz guter Wasserwerte bleibt das Badeverbot bestehen
Schwandter See: Badeverbot trotz guter Wasserwerte

Der Schwandter See in der Mecklenburgischen Seenplatte bleibt trotz guter Wasserwerte für Badegäste gesperrt. Eine Leserin des Nordkurier hatte sich gewundert, warum das Baden verboten ist und auf der offiziellen Badewasserkarte seit dem 24. Juni keine neue Untersuchung veröffentlicht wurde.

Wasserproben zeigen unauffällige Werte

Laut Badewasserkarte wurden in diesem Jahr bisher drei Proben genommen: am 29. April, 27. Mai und 24. Juni. Die Ergebnisse sind unauffällig: Gemessen wurden 10 Einheiten E. coli und weniger als 10 Einheiten intestinale Enterokokken je 100 Milliliter Wasser. Die Höchstwerte liegen laut Karte bei 1800 beziehungsweise 700 Einheiten.

Auf Nachfrage teilt der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit, dass es auch im Juli eine Beprobung gegeben habe. Während der Badesaison vom 1. Mai bis 10. September würden die vorgeschriebenen Parameter alle vier Wochen kontrolliert. Eine weitere Probe soll in dieser Woche genommen werden.

Juli-Befund nicht veröffentlicht

Warum das Ergebnis aus dem Juli bislang nicht veröffentlicht wurde, kann der Landkreis nicht erklären. Die Verantwortung liege bei der beauftragenden Kommune beziehungsweise beim Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus). Auf der Badewasserkarte war der Juli-Befund auch am 18. August nicht zu finden.

Der Landkreis deutet an, dass sich die Situation verändert hat: „Der letzte Befund war deutlich abweichend und bestätigt die grundsätzliche Einschätzung.“ Konkrete Messwerte nannte die Behörde nicht.

Einstufung als mangelhaftes Badegewässer

Das Badeverbot beruht nicht allein auf der jüngsten Wasserprobe. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse der vergangenen vier Jahre ist der Schwandter See als Badegewässer mit „mangelhafter“ Qualität eingestuft. Zwischen 2022 und 2025 wurden wiederholt erhöhte Belastungen mit E. coli und intestinalen Enterokokken festgestellt. Diese Bakterien können auf fäkale Verunreinigungen hinweisen.

Einzelne gute Befunde ändern die Einstufung nicht sofort. Das Badeverbot wurde vom Gesundheitsamt angeordnet und kann erst aufgehoben werden, wenn eine günstigere Einstufung vorliegt. Dafür seien in der Regel unauffällige Befunde in vier aufeinanderfolgenden Jahren erforderlich.

Ursachen und Zukunft

Der flache Schwandter See ist stark nährstoffreich und erwärmt sich im Sommer schnell. Fünf kleinere Gewässer führen in den See. Besonders die nördlichen Zuflüsse aus Richtung Schwandt und Buchholz seien bei Starkregen erheblich belastet, erklärt der Landkreis. Als Ursachen nennt er diffuse Einträge aus der Landwirtschaft sowie Kleinkläranlagen in den Ortslagen. Regelmäßige Untersuchungen der Zuflüsse gibt es nicht.

Noch 2016 wurde dem See eine „sehr gute Badewasserqualität“ bescheinigt, 2019 war von „ausgezeichneter Wasserqualität“ die Rede. Zuständig für mögliche Maßnahmen ist die Gemeinde Rosenow. Mit ihr seien im vergangenen Jahr erste Ideen besprochen worden. Konkrete Planungen sind der unteren Wasserbehörde derzeit nicht bekannt – Ende Juli habe die Gemeinde allerdings um weitere Gespräche gebeten.