Ein Großaufsteller am Teterower Kulturhaus wirbt für die SPD-Landtagskandidatin Grit Schmelzer – mit einem Konterfei von Bürgermeister Robert Straßburg. Doch der Rathaus-Chef zeigt sich überrascht und verärgert. Die Abgeordnete spricht von einem Missverständnis und kündigt den sofortigen Abbau des Plakats an.
Bürgermeister reagiert irritiert
Der Aufsteller mit der Aufschrift „Stadt und Land – Hand in Hand“ zeigt Schmelzer und Straßburg lächelnd nebeneinander. Beide gehören der SPD an. Schmelzer möchte bei der Landtagswahl am 20. September ihr Mandat verteidigen, Straßburg ist seit wenigen Wochen Bürgermeister von Teterow.
Als der Bürgermeister am Donnerstag von dem Plakat erfuhr, reagierte er auf Nachfrage völlig überrascht: „Wie bitte?“, fragte er irritiert. Und fügte hinzu: „Ich sage erst einmal nichts dazu.“ Offenbar war die Absprache zwischen den beiden nur oberflächlich. Das Foto auf dem Plakat ist deutlich als Montage erkennbar.
Schmelzer räumt Fehler ein
Grit Schmelzer spricht von einem „Missverständnis“. Man habe zwar über ein solches Plakat gesprochen, sich aber nie eindeutig darauf geeinigt, dass der Bürgermeister in großem Format für sie werben solle. Für Straßburg sei das Thema „noch nicht zu Ende gewesen“, gibt sie zu. Eine eindeutige Zustimmung habe sie nicht erhalten – das Plakat wurde dennoch in Auftrag gegeben.
Kritik von AfD und CDU
Die politische Konkurrenz reagiert empört. AfD-Fraktionschef Mathias Schmitus sagt: „So etwas hat es noch nie gegeben, dass ein Bürgermeister aktiv in den Wahlkampf eingreift.“ Dabei hatte dieselbe AfD den Bürgermeister am Montag noch für die „sehr gut organisierte Exkursion“ auf die Burgwallinsel gelobt. Nun fordert Schmitus, Straßburg solle sich lieber vor Ort für die Lösung von Problemen einsetzen, etwa bei den Stadtwerken.
CDU-Fraktionschef Oliver Nawotke hält sich zurück. Ein Bürgermeister im Wahlkampf befinde sich in einem „Spannungsfeld“, sagt er diplomatisch. Man müsse auf die Grenzen achten. Einen großen Skandal sieht er in dem Aufsteller nicht. Er mache sich eher Gedanken über die Plakate seiner eigenen Partei.
Der Großaufsteller am Kulturhaus wird nun umgehend abgebaut, kündigt Schmelzer an. Ob die beiden künftig wieder „Hand in Hand“ arbeiten, bleibt abzuwarten.