Sonnenblumenanbau in MV verdoppelt sich auf 7.000 Hektar
Sonnenblumenanbau in MV verdoppelt sich

In Mecklenburg-Vorpommern wachsen in diesem Jahr auf rund 7.000 Hektar Sonnenblumen – etwa doppelt so viel Fläche wie im vergangenen Jahr. Das teilt das Landwirtschaftsministerium mit. Immer mehr Betriebe setzen auf die Ölfrucht.

Wer in diesen Wochen durch das Land fährt, sieht vielerorts große gelbe Sonnenblumenfelder leuchten. Auch die Agrargemeinschaft Lübstorf bei Schwerin hat ihren Anbau ausgeweitet. Stephan Renner, dort verantwortlich für den Pflanzenbau, zeigt sich mit der bisherigen Entwicklung zufrieden.

Alternative zu Mais und Raps

In Lübstorf wachsen erstmals auch auf konventionell bewirtschafteten Flächen Sonnenblumen, deren Kerne als Vogelfutter verkauft werden sollen. Hintergrund ist unter anderem, dass der Maisanbau für Biogasanlagen zurückgeht und der Betrieb nach einer Alternative gesucht hat. Der Preis sei interessant gewesen, zudem habe man durch die Bio-Sonnenblumen bereits Erfahrung mit Anbau und Ernte.

Die Pflanzen benötigen vergleichsweise wenig Dünger und erreichen mit ihren Pfahlwurzeln Wasser aus tieferen Bodenschichten. Dadurch kommen sie auch mit längeren trockenen Phasen gut zurecht.

Späte Blüte hilft Insekten

Von der späten Blüte profitieren außerdem Insekten. Wenn Raps, Robinie oder Linde bereits verblüht sind, bieten Sonnenblumen Honig- und Wildbienen sowie Hummeln noch Nahrung. Deshalb seien auch Imker gern an den Feldern, erzählt Renner.

Größere Probleme mit Schädlingen gebe es bislang kaum. „Bei Schädlingen ist mir eigentlich nur aufgefallen, dass man im Jugendstadium die Hasen hat, die dann gerne dran rumknabbern, oder die Rehe, dass dann auch die Sonnenblume weg ist“, sagt Stephan Renner. Ende September sollen die Sonnenblumen geerntet werden.