Bei einem Herzstillstand, Atemnot oder einem schweren Unfall zählt jede Sekunde. In der Region werden nun speziell geschulte Ersthelfer der Freiwilligen Feuerwehr Warin aktiv, bevor der Notarzt eintrifft.
Ersthelfer werden parallel alarmiert
Die sogenannten First Responder der Wariner Feuerwehr werden bei medizinischen Notfällen parallel zum Rettungsdienst alarmiert. Da die ehrenamtlichen Helfer direkt vor Ort in Warin sind, können sie schnell die Erstversorgung einleiten. „Wir können wertvolle Minuten überbrücken und professionelle Erste Hilfe leisten, noch bevor der Rettungswagen oder Notarzt eintrifft“, beschreibt die Feuerwehr in einem Facebook-Beitrag das Einsatzprinzip. „Das kann im Ernstfall Leben retten.“
Voll einsatzbereit ist die First-Responder-Einheit seit Juli dieses Jahres. Seitdem wurde sie von der Rettungsdienst-Leitstelle bereits für mehrere Einsätze alarmiert. Erst kürzlich rückten die Feuerwehr-Ersthelfer zu einer Person mit Brustschmerzen in Kloster Tempzin aus. „Vor Ort führten wir umgehend die notwendigen Hilfsmaßnahmen durch und betreuten den Patienten bis zum Eintreffen des Rettungswagens“, heißt es im Einsatzbericht. Ein paar Tage zuvor hatten sich die First Responder um eine hilflose Person im Stadtgebiet gekümmert.
Warum jede Minute zählt
Der Einsatz von First Respondern ist vor allem in ländlichen Gebieten mit längeren Anfahrtswegen für Rettungswagen und Notarzt sinnvoll. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zum Beispiel sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit ohne sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen erheblich, verdeutlichen die Fachleute der Björn Steiger Stiftung. Pro Minute ohne Herzdruckmassage sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zirka 7 bis 10 Prozent.
Durch die parallele Alarmierung von Ersthelfern könne das sogenannte „therapiefreie Intervall“ spürbar verkürzt werden. „Je schneller qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden, desto günstiger ist der Heilungsablauf“, macht die Steiger-Stiftung deutlich.
Intensive Ausbildung für die Helfer
Damit die ehrenamtlichen First Responder schnelle und qualifizierte Erste Hilfe leisten können, absolvieren sie eine intensive Ausbildung. „Sie haben über 100 Stunden in Theorie und Praxis absolviert und ihr Wissen in zwei anspruchsvollen Prüfungen unter Beweis gestellt“, teilte die Wehr kürzlich über fünf Neuzugänge mit. Gestartet war die Einheit im Juli mit 16 Frauen und Männern, „die für eure Sicherheit bereitstehen“, wie die Wariner Wehr damals mitteilte.