ProFuchs demonstriert in Güstrow gegen Fuchs-Haltung in Lüssow
Demo gegen Fuchs-Haltung in Lüssow in Güstrow

Mit Lautsprechern und Transparenten hat die Initiative ProFuchs am Freitagmittag in Güstrow für die Freilassung beziehungsweise artgerechte Unterbringung von gefangenen Füchsen in Lüssow demonstriert. Die Tierschützer zogen vom Landratsamt vors Rathaus und weiter über den Pferdemarkt zurück zum Amt am Wall.

Protest gegen Qualhaltung und Baujagd

Die Initiative fordert eine Beendigung der „Qualhaltung“ dreier Füchse, die am Karower Mühlbach neben einem Schießplatz für die Ausbildung zur Baujagd gehalten werden. Sie wirft dem zuständigen Veterinäramt des Landkreises Rostock Untätigkeit vor. Die Behörde hatte die Unterbringung der Füchse nach einer Kontrolle nicht beanstandet.

Auf großen roten Bannern war unter anderem zu lesen: „Veterinäramt ohne Gnade“. Thomas Mitschke, Vizechef von Pro Fuchs Deutschland, betonte, mit der Aktion Bürger aufrütteln und öffentlichen Druck aufbauen zu wollen.

Entsetzen über Tierleid

Eine Frau aus dem Güstrower Umland, die anonym bleiben wollte, weil in ihrem Bekanntenkreis sehr viele Jäger seien, sagte: „Ich halte selbst viele Tiere und bin entsetzt, was Menschen Tieren antun können. Das sind doch auch fühlende Wesen. Ich habe nichts von der Baujagd gewusst und erst aus der Zeitung davon erfahren. So etwas sollte verboten werden.“

Aus Sicht der Tierschützer ist diese Form der Jagd von Füchsen sowie deren Ausbildung in so genannten Schliefenanlagen, bei der die Tiere in ein Kanalsystem ohne Fluchtmöglichkeiten getrieben werden, barbarisch, unzeitgemäß und sowohl jagd- als auch tierschutzgesetzwidrig. Die Baujagd werde mittlerweile auch innerhalb der Jägerschaft kontrovers diskutiert, so Mitschke.

Petition nicht persönlich übergeben

Andreas Krause war eigens aus Neuruppin zur Demo angereist. Er zeigte sich enttäuscht, dass dem Aufruf in Güstrow nur rund 30 Menschen gefolgt sind. „Beim Protest gegen die Schliefenanlage in Lemgo waren wir 70, in Hamburg wöchentlich sogar 20 000, um gegen eine Tierversuchsanstalt zu protestieren – am Ende mit Erfolg“, erzählte er.

Die polizeibegleitete Demo endete am Landratsamt, wo Thomas Mitschke und Manuela Schleußner als Chefin von Pro Fuchs Deutschland einen Termin bei Landrat Sebastian Constien zur Übergabe einer Petition mit zunächst 3000 Unterschriften gefordert hatten. Eine Sekretärin im Vorzimmer des Landrats nahm stattdessen die Unterschriftensammlung entgegen mit der Begründung, alle Mitarbeiter seien auf Terminen. Für Mitschke war das die typische Blockadehaltung. Er kündigte weitere Aktionen an: „Das ist erst der Anfang.“