Die Sommerferien laufen noch, viele Urlauber sind bereits unterwegs. Doch wie sieht es mit kurzfristigen Buchungen aus? Eine Umfrage bei Hotels und Unterkünften in Nordwestmecklenburg zeigt: Es gibt noch Chancen, aber Geduld und Flexibilität sind gefragt.
Unter der Woche kleine Lücken, Wochenenden lange im Voraus ausgebucht
„Völlig ausgebucht sind wir nicht, es gibt immer noch kleine Lücken“, sagt Anja Holm, die mit ihrer Tochter gemeinsam das Gästehaus 22 in Rehna betreibt. Dabei handele es sich aber eher um eine kleine Auszeit von ein paar Tagen in der Woche. „Die Wochenenden sind immer weit im Voraus ausgebucht“, berichtet Holm.
Hier heißt es also, rechtzeitig dran zu sein. „Die ersten Buchungen kommen jetzt bereits für das nächste Jahr. Wer eine Woche oder länger bleiben möchte, muss wirklich früh aufstehen.“
Spontane Fahrradfahrer haben oft Pech
Aktuell seien etwas Gäste aus Amerika, Italien und Frankreich vor Ort. Sie hätten – wie andere Gäste, die eine Flugreise vor sich haben – natürlich weit im Voraus gebucht.
„Es gibt auch immer wieder Fahrradfahrer, die hier spontan vor der Tür stehen, in der Hoffnung, dass sie für die Nacht ein Zimmer bekommen. Aber das ist natürlich nicht möglich – nicht bei uns und wahrscheinlich auch nicht bei anderen“, schildert Anja Holm. Besser sei es in diesem Fall, vorher einmal im Gästehaus anzurufen. Im Schnitt seien die Gäste in diesem drei bis fünf Tage lang. Anja Holm eröffnete das Gästehaus 2015, 2020 wurde das rund 300 Jahre alte Fachwerkhaus umfänglich saniert, dabei kamen auch Zimmer hinzu.
Hotel „Zum Schwedenkönig“ in Gadebusch: Saisonstart verschoben
Das Hotel „Zum Schwedenkönig“ in Gadebuschs Innenstadt ist laut Informationen von Inhaber Thomas Dilewsky im Moment ausgebucht. Ansonsten sei der Belegungsplan immer online ersichtlich, und Interessierte können sich beim Hotel melden.
„Aber das ist dieses Jahr ganz spät und schleppend losgegangen mit den Hotelzimmern“, berichtet Dilewsky. Üblicherweise starte die Saison sonst im Mai. In diesem Sommer habe sich der Beginn jedoch in den Juli verschoben. Als Grund hierfür sieht der Hotel- und Restaurantinhaber die derzeit angespannte finanzielle Situation vieler Menschen. Und wenn sie sich dann etwas gönnen möchten, würden sie direkt an die Hotspots an der Ostsee fahren.
„Die kleineren Städte kränkeln“, sagt Dilewsky. „Doch die Leute, die clever sind, die buchen auf dem flachen Land, weil wir ganz andere Zimmerpreise haben als die Hotels an der Ostsee. Und wir sind ja eigentlich in der grünen Zone. Das heißt, man ist in 45 Minuten – und das ist schon hochgegriffen – an allen Orten, ob in Wismar, Lübeck, oder Schwerin.“
Direkt an der Ostsee: Noch einige Last-Minute-Angebote verfügbar
Wer direkt an der Ostsee Urlaub machen möchte, kann mit etwas Glück noch fündig werden. So sind etwa auch auf der Website der Kurverwaltung Boltenhagen noch einige kurzfristig buchbare Angebote mit freien Ferienwohnungen gelistet – sowohl im August als auch im September.
„Unsere Last-Minute-Seite gibt das ganze Jahr über“, schildert Katleen Herr, Leiterin Marketing, PR und Veranstaltungen bei der Kurverwaltung des Ostseebades. Hier könne man durchaus Glück haben. Generell sei der Ort ausgebucht. „Aktuell sind ja noch in vielen Bundesländern Ferien, von daher freuen wir uns über die klasse Buchungslage“, sagt Herr. Im Spätsommer verschiebe sich dann das Publikum, von Familien mit Kindern hin zu älteren Gästen.
Mit 2500 Einwohnern, rund 10.000 Gästebetten und rund 1,5 Millionen Übernachtungen zählt das Ostseebad Boltenhagen gemessen an der touristischen Infrastruktur nach eigenen Aussagen zu den leistungsstärksten deutschen Seebädern.