In Rostock nimmt der Bau einer spektakulären Brücke über die Warnow konkrete Formen an. Das rund 613 Meter lange Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer soll die Innenstadt mit Gehlsdorf verbinden und die Stadt nachhaltig verändern. Die Kosten sind auf 62,8 Millionen Euro veranschlagt, wovon der Bund 35,7 Millionen Euro übernimmt.
Vergabeverfahren als wichtiger Schritt
Ende Juli endete die Frist für Unternehmen, Angebote für den Bau der Brücke abzugeben. Die Brücke soll sich fast wie ein Aal von Gehlsdorf am Fährberg zum Stadthafen an Liegeplatz 83 E schlängeln. Der Senatsbereich Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität bezeichnete das Vergabeverfahren als „wesentlichen Schritt zur Realisierung der Warnowbrücke“. Damit würden europaweit Bauleistungen ausgeschrieben und die Auftragnehmer ermittelt.
In der Ausschreibung, die seit dem vergangenen Jahr läuft, geht es vor allem um Stahl- und Betonbauarbeiten sowie die technische Ausrüstung der Brücke, etwa den Klappmechanismus und die Beleuchtung. Die Wegeanbindung des Bauwerks ist nicht enthalten. Auftraggeberin ist die städtische Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS).
Vertraulichkeit und weitere Schritte
Trotz abgelaufener Angebotsfrist schweigen die Beteiligten zu Anzahl, Eingang, Herkunft und Namen der Bieter. Zur Begründung heißt es, das Vergabeverfahren sei noch nicht abgeschlossen. „Damit werden die Vertraulichkeit des Vergabeverfahrens und die Interessen der beteiligten Unternehmen gewahrt“, so der Senatsbereich.
Die Angebote werden derzeit „umfassend geprüft“ und „entsprechend den festgelegten Zuschlagskriterien gewertet“. Der weitere Zeitplan sieht vor, den Zuschlag im Herbst 2026 zu erteilen. Ebenfalls für den Herbst ist der Baubeginn angestrebt.
Planfeststellung noch ausstehend
Allerdings ist das Planfeststellungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Der Planfeststellungsbeschluss wird derzeit für Herbst 2026 erwartet. Die Stadt zeigt sich dennoch zuversichtlich und betont, dass aus heutiger Sicht „keine Anhaltspunkte“ bestehen würden, dass die Realisierung der Warnowbrücke „grundsätzlich infrage“ stehe.
Mit der Brücke über die Unterwarnow entsteht eine neue Querung für Fußgänger und Radfahrer. Sie soll ein bedeutender Teil der Radfernroute Berlin-Kopenhagen werden. Die Gesamtlänge des Bauwerks beträgt 613 Meter bei einer Breite von sechs Metern. Kleine Schiffe sollen unter der Brücke durchfahren können, für größere ist ein etwa 25 Meter breites Klappelement nahe der Kaikante des Stadthafens vorgesehen. Die Fertigstellung ist laut derzeitigen Planungen für 2028 vorgesehen.