Warnowbrücke: Vergabeverfahren läuft, Planfeststellungsbeschluss im Herbst erwartet
Warnowbrücke: Vergabeverfahren läuft, Entscheidung im Herbst

Die neue Warnowbrücke in Rostock nimmt eine weitere Hürde: Die Frist für Angebote zum Bau der Brücke ist Ende Juli abgelaufen. Der Zuschlag soll im Herbst 2026 erteilt werden, der Planfeststellungsbeschluss wird ebenfalls für Herbst erwartet. Das Bauwerk, das die Innenstadt mit Gehlsdorf verbindet, soll 2028 fertig sein.

Vergabeverfahren als wesentlicher Schritt

Bis Ende Juli konnten Unternehmen ihre Angebote für den Bau der Brücke abgeben, die sich vom Fährberg in Gehlsdorf zum Stadthafen (Liegeplatz 83 E) über die Warnow schlängelt. Der Senatsbereich Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität bezeichnete das Vergabeverfahren als „wesentlichen Schritt zur Realisierung der Warnowbrücke“. Damit würden europaweit Bauleistungen ausgeschrieben und die Auftragnehmer ermittelt.

Die Ausschreibung, die seit dem vergangenen Jahr läuft, umfasst insbesondere „Stahl- und Betonbauarbeiten sowie die technische Ausrüstung der Brücke, beispielsweise der Klappmechanismus und die Beleuchtung“. Nicht enthalten ist die Wegeanbindung des Bauwerks. Auftraggeberin ist die städtische RGS, die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH.

Vertraulichkeit und Prüfung der Angebote

Zu Anzahl, Eingang, Herkunft und Namen der Bieter schweigen die Beteiligten weiterhin. Der Senatsbereich begründet dies damit, dass das Vergabeverfahren noch nicht abgeschlossen sei: „Damit werden die Vertraulichkeit des Vergabeverfahrens und die Interessen der beteiligten Unternehmen gewahrt.“

Die Angebote werden inzwischen „umfassend geprüft“ und „entsprechend den festgelegten Zuschlagskriterien gewertet“. Der Zeitplan sieht vor, „den Zuschlag im Herbst 2026 zu erteilen“. Ebenfalls für Herbst ist der Baubeginn angestrebt.

Planfeststellungsbeschluss noch ausstehend

Neben dem abgeschlossenen Vergabeverfahren müssen auch die erforderlichen Genehmigungen vorliegen. „Das Planfeststellungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Der Planfeststellungsbeschluss wird derzeit für Herbst 2026 erwartet“, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadt zeigt sich zuversichtlich und betont, dass aus heutiger Sicht „keine Anhaltspunkte“ bestehen würden, dass die Realisierung der Warnowbrücke „grundsätzlich infrage“ stehe.

Die Brücke über die Unterwarnow schafft eine neue Querung für Fußgänger und Radfahrer und soll ein bedeutender Teil der Radfernroute Berlin-Kopenhagen werden. Die Gesamtlänge des Bauwerks wird 613 Meter betragen, bei sechs Metern Breite. Kleine Schiffe sollen unter der Brücke durchfahren können, für größere ist ein Klappelement (etwa 25 Meter breit) nahe der Kaikante des Stadthafens vorgesehen.