Sonnenblumen bei Borntin: Hummeln und Hühner profitieren
Sonnenblumen bei Borntin: Hummeln und Hühner profitieren

Immer mehr Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern setzen auf die Sonnenblume als Feldfrucht. Auch bei Borntin nahe Spantekow sind die großen gelben Blüten zu bewundern. Die rund 40 Hektar großen Felder gehören zur Bio Fürstenhof GmbH mit Sitz in Gnoien, einem Zusammenschluss von 25 ökologisch wirtschaftenden Erzeugern.

Insektenfreundlich oder steril?

Eine Leserin des Nordkuriers fragte, ob die neuen Züchtungen überhaupt Pollen und Nektar bieten oder ob die Felder rein als Schnittblumen ohne Nutzen für Bienen und Hummeln sind. Dr. Christian Littmann, Leiter für Ackerbau bei Bio Fürstenhof, tritt dem Gerücht entgegen: Gerade bei der Auswahl der Saat werde auf Insektenfreundlichkeit geachtet. Auf den Feldern seien vorrangig Hummeln zu sehen, nicht unbedingt Bienen. Die Bestäubung durch die Insekten sei ausdrücklich erwünscht, so Littmann. Man stehe zudem im Kontakt mit regionalen Imkern.

Vorteile für Boden und Tiere

Die Felder bei Borntin sind die östlichsten des Betriebes, der sonst eher in der Mecklenburgischen Seenplatte ansässig ist. In diesem Jahr hat der Betrieb auf insgesamt rund 1.000 Hektar Sonnenblumen angepflanzt. Hinzu kommen andere Blühpflanzen wie Erbsen, Lupinen und Zwischenfrüchte. Littmann betont, dass Sonnenblumen mit ihren tiefen Wurzeln auch auf schwachen Böden wie bei Borntin gut wachsen.

Bald steht die Ernte an: Die Sonnenblumen werden gedroschen, die Kerne zu Tierfutter für Hühner verarbeitet. Dabei zeigt sich ein weiterer Vorteil: „Es verbleibt relativ viel Biomasse auf dem Feld, was den Humusanteil stärkt“, erklärt der Fachmann.