Der Piff Paff Cannabis Club Rostock hat seine erste Cannabis-Ernte eingefahren und verarbeitet. Am 25. August ab 16 Uhr wird das Cannabis erstmals an Vereinsmitglieder abgegeben. Weitere Interessenten sind zur Eröffnungsveranstaltung mit Musik und Verpflegung in der Carl-Hopp-Straße 17 willkommen.
Erste Ernte erfolgreich
Im April hatten Marius Birk und seine Mitstreiter die ersten Pflanzen in die Blumenerde gebracht. Jetzt ist die erste Ernte eingefahren. „Ich bin begeistert von der Qualität und dem Geschmack“, sagt der Clubvorsitzende Birk. „Wir waren alle sehr nervös, schließlich haben wir noch nie Cannabis in diesem Maßstab angebaut. Um so glücklicher bin ich, dass die erste Ernte so gut funktioniert hat.“
Bio-Anbau in der Industriehalle
In einer alten, zirka 350 Quadratmeter großen Industriehalle in der Carl-Hopp-Straße am Rande der Kröpeliner-Tor-Vorstadt hat der Club seine Ausgabestelle mit Vereinslokal eingerichtet. Hier wird das Cannabis in acht Gewächshäuschen unter besonderen Bedingungen angebaut. Die Pflanzen müssen ständig belüftet und beleuchtet werden. „Zudem wollten wir von Anfang an das erste Bio-Cannabis in Rostock anbauen“, unterstreicht Birk. „Sowohl die Blumenerde als auch alle natürlichen Zusätze sind Öko-zertifiziert. Ansonsten kommt nur noch Wasser in die Beete.“
Zweiter Cannabisverein der Hansestadt
Der Piff Paff Cannabis Club ist nach dem im vergangenen Jahr gegründeten Green Generation der zweite Cannabisverein in Rostock. Seit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland vor zwei Jahren dürfen solche Vereine eine Anbaugenehmigung beantragen und das Rauschmittel legal und kontrolliert an Mitglieder abgeben. Der Weg dorthin war steinig. „Von der Vereinsgründung bis zur Anbaugenehmigung hat es fast zwei Jahre gedauert. Wir sind oft verzweifelt“, sagt Marius Birk. „Dennoch haben wir an unserem Ziel festgehalten, einen unabhängigen Cannabis-Club aufzubauen.“
Aktuell zählt der Verein 70 Mitglieder. „Vom Handwerker bis zum Wissenschaftler ist alles vertreten. Das jüngste Mitglied ist 21 Jahre, das älteste Mitglied bereits 84 Jahre alt“, sagt Birk. Ziel sei es, die Mitgliederzahl kontinuierlich zu steigern. „Umso mehr Mitglieder wir haben, umso günstiger können wir das Cannabis anbauen und an unsere Mitglieder abgeben“, so der Vorsitzende. Insgesamt darf der Verein nicht mehr als 500 Mitglieder haben.
Ausbau geplant
Mit den vorhandenen Kapazitäten in der Carl-Hopp-Straße könne der Club die Produktion für 300 bis 400 Mitglieder schnell ausbauen, so Birk. An jedes Mitglied dürfen monatlich bis zu 50 Gramm Cannabis abgegeben werden. Im ersten Durchgang hat der Club vier Sorten angebaut: Apple Fritter, Blue Sushi, Dantes Inferno und Colorado Nightshifters. Schon im nächsten Durchgang sind sechs Sorten geplant. „Wir freuen uns schon auf die zweite Ernte im November“, sagt Marius Birk und denkt bereits über weitere Schritte nach: „Wir wollen demnächst eine Solaranlage aufs Dach bauen, um unsere Stromkosten zu senken.“