Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian hat dessen Großmutter mütterlicherseits vor dem Landgericht Rostock ausgesagt. Die Zeugin schilderte ihren Enkel als einen „aufgeweckten, lustigen“ Jungen, der aber auch „Zick-Phasen“ gehabt habe, in denen er bockig gewesen sei.
Belastende Erinnerungen an die Zeit vor dem Tod
Vor etwa zwei Jahren sei Fabian eine Zeit lang sehr auffällig gewesen und besonders schnell wütend geworden. Damals habe er keinen Kontakt zu seinem Vater haben wollen. Dieser lebte getrennt von Fabians leiblicher Mutter und war in einer Beziehung mit der inzwischen wegen Mordverdachts Angeklagten.
Es sei etwas vorgefallen, sagte die Zeugin. Fabian habe ihr erzählt, sein Vater sei „böse“ zur inzwischen Angeklagten gewesen, ohne weiter ins Detail zu gehen. Bereits zuvor war im Prozess Thema, ob und in welchem Maße der Mann gegenüber der Angeklagten in der Beziehung gewalttätig war. Als Zeuge hatte der Vater entsprechende Vorwürfe zurückgewiesen.
Annäherung nach der Trennung
Die Großmutter schilderte auch, wie sich Fabian und sein Vater später wieder annäherten. Dies passierte demnach, nachdem sich der Vater von der Angeklagten getrennt hatte. Demnach wollte der Sohn wieder zu seinem Vater und beide hätten miteinander Zeit verbracht.
Die Staatsanwaltschaft wirft der angeklagten 30-Jährigen vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Die Ermittler gehen von einem Zusammenhang mit der Beziehung zum Vater und der Beendigung aus. Inzwischen sind beide wieder ein Paar, wie der Vater vor Gericht ausgesagt hatte.
Emotionale Momente im Gerichtssaal
Als die Großmutter in ihren Schilderungen den Zeitpunkt der Gewissheit über Fabians Tod erreichte, hatte sie sichtbar mit Emotionen zu kämpfen. Sie musste pausieren und ein Taschentuch benutzen, während es im Gerichtssaal still war.