Rostocker will Fischkutter „Storkow“ als Denkmal retten
Fischkutter „Storkow“ soll Denkmal werden (17.08.2026)

Der 17-Meter-Holzkutter „Storkow“, gebaut 1949 in Greifswald, soll als bewegliches Denkmal eingetragen werden. Das entscheidet die laufende Prüfung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege gemeinsam mit der Rostocker Denkmalschutzbehörde. Ohne Fördermittel ist eine Rettung des Schiffes kaum denkbar.

Ein Mann und seine Vision

Paul Hildebrand aus Rostock, von Beruf Kfz-Mechatroniker und Berufskraftfahrer, hat das Schiff Ende 2025 für einen symbolischen Euro erworben. Seitdem stellt er Anträge, um einen Platz auf der Denkmalliste zu erreichen und das Schiff am Alten Strom in Warnemünde zu präsentieren. Vertreter der Denkmalbehörden haben den Kutter bereits inspiziert.

Unterstützung kommt vom Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern. In einem Schreiben spricht er sich für die Feststellung der Denkmaleigenschaft aus: „Darüber hinaus besitzen die 17-Meter-Kutter eine herausragende Bedeutung für die Schiffbaugeschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Sie stehen symbolhaft für den Wiederaufbau der Schiffbauindustrie in den Nachkriegsjahren und begründeten eine Entwicklung, aus der sich der Fischereifahrzeugbau in der DDR zu einem international bedeutenden Industriezweig entwickelte. Damit dokumentieren sie ein zentrales Kapitel der Wirtschafts- und Technikgeschichte unseres Landes.“

Geplante Sichtbarkeit im Jahresthema

Geplant ist, die „Storkow“ im Jahresthema „Kulturlandschaft des Jahres 2027: Wasser(wege)“ als lebendiges Zeugnis von Wasser, Arbeit und regionaler Identität sichtbar zu machen. Auch die Stadt Storkow (Mark), Namenspatin des Kutters, unterstützt das Vorhaben. Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig (SPD) nennt die „Storkow“ ein authentisches Zeugnis der Ostseefischerei.

Die „traditionelle kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern Mecklenburg-Vorpommerns“ wurde erst dieses Jahr in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Hildebrand sagt: „Ein Kutter wie die ,Storkow' macht Kultur materiell und immateriell erlebbar.“

Hohe Kosten und Rückschläge

Im Sommer 2026 drohte die „Storkow“ im Rostocker Stadthafen zu sinken. Auf Anordnung des Hafenamts wurde sie geborgen und im Fischereihafen an Land gesetzt – die Kosten dafür betrugen rund 55.000 Euro. Hildebrand schätzt die Instandsetzung des Rumpfs, der Aufbauten und der Technik auf etwa 500.000 Euro zusätzlich.

Bei der Landsetzung soll der Kutter nicht fachgerecht abgestützt worden sein. Zurechtgeschnittene Baumstämme wurden mit etwa 30 Holzschrauben direkt mit dem Rumpf verschraubt, was Schäden verursachte. „Auch 50 Gegenstände, darunter Funk- und Navigationsgeräte, sind verschwunden“, sagt Hildebrand.

Der Aufwand lohne sich, weil nur noch wenige der rund 140 gebauten 17-Meter-Holzkutter weitgehend original erhalten sind. Sie seien Arbeitsschiffe und Zeitzeugen zugleich, eng verknüpft mit den Lebenswegen der DDR-Küstenfischer. Wer die „Storkow“ erhält, bewahrt ein Stück DDR-Geschichte.