Kokain-Prozess in Rostock: Gericht ändert Zeugenpläne
Kokain-Prozess: Gericht ändert Pläne

Am Landgericht Rostock wird an diesem Mittwoch der Prozess gegen ein Segler-Paar fortgesetzt, das bei der Überfahrt aus Südamerika mit mehr als 260 Kilogramm Kokain auf ihrem Segelboot ertappt wurde. Am zweiten Prozesstag will die Strafkammer um Richter Tilman Finke aber nicht wie ursprünglich geplant einen portugiesischen Ermittler per Videoschalte, sondern zwei deutsche Beamte als Zeugen anhören, die mit dem Drogenfall befasst waren.

Angeklagte wollen sich äußern

Die Zeugen von der Kriminalpolizei und vom Zoll sollen den 59-jährigen Angeklagten und dessen Frau im August 2025 unter anderem von Südosteuropa nach Deutschland überführt haben. Auch das Bundeskriminalamt war in die Ermittlungen einbezogen gewesen. Zum Prozessauftakt hatten die Verteidiger zudem angekündigt, dass sich ihre Mandanten auch zu den Vorwürfen im Prozess noch äußern wollen.

Schwer bewaffnete Polizisten beschützen „hochgefährderte“ Angeklagte

Die 67-jährige Angeklagte und ihr Mann, beide aus einem Dorf bei Rostock, waren in Rostock gestartet und im August 2025 bei der Rückfahrt aus Kolumbien im Atlantischen Ozean vor den Azoren von portugiesischen Behörden gestoppt worden. Sie hatten laut Anklage 264 Kilogramm Kokain an Bord ihrer Jacht und müssen sich wegen Drogenhandels im großen Stil verantworten. Der Prozess wird von schwer bewaffneten Beamten abgesichert, da die Angeklagten als „hochgefährdet“ eingestuft werden. Auch im Gerichtssaal beobachten neben etlichen Justizbeamten vier mit Sturmmasken vermummte Spezialpolizisten den Prozess.

Kokain zwischen 15 und 20 Millionen Euro wert

Das Paar hatte die 14-Meter-Jacht 2024 in Greifswald für rund 200.000 Euro bar gekauft. Laut Anklage wollten sie Drogen aus Südamerika holen und auf dem europäischen und deutschen Markt weiterveräußern. Nach Informationen des Nordkurier sind die beiden den Behörden bereits wegen Drogendelikten bekannt gewesen.

Das Kokain war an vielen Stellen auf dem Boot in kleineren Packungen versteckt gewesen. Den Wert der Drogen, bei denen es sich um Kokainpulver handelte, dass ein wenig gestreckt war, schätzt die Anklage auf 15 bis 20 Millionen Euro. Es war nach Schätzung der Staatsanwaltschaft die größte Menge Kokain, die je mit Bezug zu MV, beschlagnahmt wurde. Den Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Für den Prozess sind insgesamt 13 Verhandlungstage bis Mitte Oktober geplant.