Im Prozess um den Mord an Fabian könnte ein Nachbar der Angeklagten erneut in den Fokus rücken. Die Verteidigung hat am Freitag angeregt, den Tagesablauf und die Auto-Routen des 37-jährigen Bekannten ausführlich zu prüfen. Dabei könnte sich zeigen, dass die heimlichen Treffen mit der Angeklagten Gina H. am 9. und 10. Oktober 2025 an zwei Waldseen länger dauerten als bisher angenommen, sagte Anwalt Andreas Ohm.
Zeitablauf der Anklage infrage gestellt
Damit wäre der gesamte zeitliche Ablauf, den die Staatsanwaltschaft anhand von Indizien präsentiert hat, nicht mehr haltbar, so Ohm. Auch einige Angaben des 37-Jährigen müssten überprüft werden. Die Ermittler vermuten, dass der Mann ein sexuelles Verhältnis zu der 30-Jährigen hatte, als sie von Fabians Vater getrennt war.
Am 10. Oktober soll Fabian von zu Hause in Güstrow abgeholt und an einem Tümpel nahe Klein Upahl getötet worden sein. Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. heimtückischen Mord vor. Die Frau schweigt im Prozess, bestreitet aber laut Verteidigung die Vorwürfe. Laut Anklage soll sie bereits am 9. Oktober in Güstrow gewesen sein, um Fabian zu treffen, was aber nicht klappte.
Alibi des Vaters erneut hinterfragt
In einem weiteren Antrag regte der Verteidiger an, auch das Alibi von Fabians Vater zu überprüfen. Der 35-Jährige war am 10. Oktober auf seiner Arbeitsstelle, soll aber mittags gegen 11:00 Uhr mindestens eine Stunde weg gewesen sein. Ein Förster bestätigte ein Treffen wegen Holzeinschlags in einem Waldstück, das aber nur kurz gewesen sein soll. Unklar blieb laut Ohm, mit welchem Fahrzeug der Vater unterwegs war, da sein Auto morgens in einer Werkstatt war. Er und die Angeklagte waren vier Jahre ein Paar, trennten sich aber im August 2025.
Zu den Beweisanträgen müssen Staatsanwaltschaft, Nebenklage und das Landgericht Stellung nehmen. Beide Männer wurden bereits als Zeugen gehört, wobei viele Fragen offen blieben. Am Freitag sollten weitere Zeugen vernommen werden.