Rostock ersetzt die abgebauten öffentlichen Toiletten im Stadtzentrum und in Warnemünde durch neue Anlagen. Die ersten Neubauten sollen ab 2027 entstehen, jede einzelne kostet zwischen 200.000 und 250.000 Euro.
Hintergrund: Warum die alten Toiletten verschwanden
Bislang betrieb der Werbe-Konzern Wall mehrere Toiletten an zentralen Standorten – in Warnemünde, am Universitätsplatz, Kröpeliner Tor, Ständehaus und an der Marienkirche. Doch der alte Stadtwerbevertrag lief aus, und ein kartellrechtliches Kopplungsverbot untersagt mittlerweile die Kopplung von Werberechten mit dem WC-Betrieb. Die Anlagen wurden daraufhin abgebaut.
Die Stadt betont zwar, die Grundversorgung sei „grundsätzlich sichergestellt“, dennoch soll Ersatz her. Laut Bausenatorin Dr. Ute Fischer-Gäde (Grüne) werden „in enger Abstimmung zu den Belangen beteiligender Ämter dort passende Ersatzneubauten geplant“.
Dixi-Toiletten sind nur Übergangslösung
An einigen alten Standorten tauchten zuletzt Dixi- und ToiToi-Toiletten auf. Diese seien jedoch nicht für die Öffentlichkeit gedacht, erklärt die Stadt: Sie wurden von Baufirmen im Zusammenhang mit Fernwärme- und Breitbandarbeiten aufgestellt und sollen nach Abschluss der Bauarbeiten wieder abgebaut werden.
Neue Anlagen ab 2027 – mit Kosten von bis zu 250.000 Euro
An den bisherigen Standorten Kurpark Warnemünde, Universitätsplatz und vor dem Kröpeliner Tor sind neue barrierefreie Ein-Kabinen-WC-Anlagen geplant. Die Baukosten pro Standort werden auf 200.000 bis 250.000 Euro geschätzt. Die Planungen sollen 2026 abgeschlossen werden, die Innenstadt-Toiletten am Uniplatz und an der Kröpi entstehen im zweiten Quartal 2027 (April bis Juni). Warnemünde folgt 2028 an der Wachtlerstraße. Für Planung und Baugenehmigungsverfahren sind jeweils 25.000 Euro eingeplant.
Die ersten neuen Toiletten dürften allerdings schon in den kommenden Wochen entstehen – als Teil des neuen City Cubes auf dem Neuen Markt, dessen Fertigstellung sich jedoch verzögert.
Betreibermodell und Zukunft der Altstandorte
Für die neuen Anlagen soll laut Fischer-Gäde das bestehende Betreiber- und Finanzierungsmodell genutzt werden. Das beinhaltet die tägliche Bewirtschaftung durch die Stadtentsorgung Rostock GmbH per Inhouse-Beauftragung und die Finanzierung über die gesamtstädtische Kurabgabe.
Eine Übernahme der alten Bestandstoiletten ist nicht möglich: Die Anlage in der Wachtlerstraße wurde bereits demontiert, und die übrigen Anlagen entsprechen nicht mehr dem technischen Standard. Aufgrund ihres Alters wäre mit erhöhtem Wartungs- und Instandhaltungsaufwand zu rechnen, Ersatzteile seien faktisch nur über die Firma Wall erhältlich – was eine dauerhafte Abhängigkeit vom Hersteller bedeuten würde.
Die neue Toilette in Warnemünde soll laut Senatorin dem Standard der 2025 im Stadtgebiet errichteten öffentlichen WC-Anlagen entsprechen.