In Rostock sind am Sonntag 168.000 Bürger zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern aufgerufen. Der Wahltag ist für die Verantwortlichen mit viel Organisation verbunden – von der Vorbereitung der Wahlzettel bis zur Auszählung am Abend. Andreas Reinke, Amtsleiter für Bürgerkommunikation und Wahlen, gibt Einblick in den Ablauf.
Helfer starten spätestens um 7.30 Uhr
Für die geschulten Helfer in den 134 Wahllokalen beginnt der Wahltag spätestens um 7.30 Uhr, so Reinke. Wahlvorsteher, Stellvertreter, Schriftführer sowie fünf bis sieben Beisitzer treffen sich, richten alles ein und verteilen die Aufgaben. Danach melden sich die Wahllokale bei der Wahlleitung: „Dann gehen die Fertigmeldungen los“, erklärt Reinke. Der Wahlvorsteher teilt mit, ob alle Personen anwesend sind und ob alles in Ordnung ist oder jemand fehlt.
Diese Rückmeldung ist notwendig, um im Ernstfall reagieren zu können. Falls etwa der Schlüssel zum Wahllokal fehlt, werde entweder ein Schlüsseldienst oder der zuständige Sicherheitsdienst organisiert, sagt der Amtsleiter. Ein solcher Fall sei bisher aber nicht eingetreten.
Regelung bei Schlangen vor den Wahllokalen
Um 8 Uhr öffnen die Wahllokale, bis 18 Uhr kann gewählt werden. Sollte sich kurz vor Schließung eine Schlange bilden, gilt eine klare Regelung: „Ein Beisitzer geht um 18 Uhr an das Ende der Schlange“, so Reinke. Alle davor können noch ihre Stimme abgeben, wer später erscheint, nicht mehr.
Nach der letzten Stimmabgabe wird alles für die Auszählung vorbereitet. Die erfolgt händisch und im Mehr-Augen-Prinzip. Bewährt hat sich ein Stapelprinzip: Die Stimmzettel werden danach sortiert, ob Erst- und Zweitstimme für die gleiche Partei oder für unterschiedliche Parteien abgegeben wurden. Ein eigener Stapel ist für Fälle vorgesehen, „bei dem man sagt: Oh, da müssen wir darüber beschließen, ob das gültig oder ungültig ist“, erklärt der Amtsleiter. Nach der Auszählung wird erneut durchgetauscht, um Fehler zu vermeiden.
Rechnergesteuerte Erfassung und Notfallpläne
Die Ergebnisse der Wahllokale werden an die Wahlleitung übermittelt. „Was dann bei uns erfolgt, ist, wir nehmen die Aufnahme rechnergesteuert vor“, sagt Reinke. Die Zahlen werden in ein Programm der Landeswahlleitung eingetragen, das eine Plausibilitätsprüfung vornimmt. So kontrolliert auch das Programm, ob die Werte stimmen können – etwa wenn mehr Stimmen als Wahlberechtigte gezählt wurden.
Für den Fall, dass ein Wasserrohrbruch die Räume eines der 52 Wahlbezirke unnutzbar macht, ist die Stadt vorbereitet. „Dann haben wir zum Beispiel als Notfallvariante mit der RSAG abgestimmt, dass ein Gelenkbus kommt“, so Reinke. In diesem Fall könnten die Menschen im Bus ihre Stimme abgeben. Auch das sei bisher nicht notwendig geworden – Reinke hofft auf einen reibungslosen Ablauf am Sonntag.