Erste Cardwave Convention in Rostock: Ticketverkauf gestoppt
Cardwave Convention Rostock: Ticketverkauf gestoppt

Hunderte Sammelkarten-Fans strömten am Samstag, 25. Juli 2026, zur ersten Cardwave Convention in die Rostocker Moya Kulturbühne. Der Andrang war so groß, dass Organisator Patrick Pagirnus den Online-Ticketverkauf vorzeitig stoppen musste, um die Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Die erlaubte Gesamtzahl der Besucher lag bei 800 – und die sei wohl auch erreicht worden, so Pagirnus.

Von der Idee zur Messe in drei Monaten

Patrick Pagirnus, 31 Jahre alt und Online-Händler für Sammelkarten, hatte die Messe aus Eigeninitiative und vollständig eigenfinanziert auf die Beine gestellt. „Entweder fährst du nach Hamburg oder nach Berlin“, erklärte er. „Und da habe ich irgendwann gesagt: Dann mache ich es eben selbst.“ Unterstützt wurde er von Freunden aus der Händlerszene bei Social Media, Einlassorganisation und Rahmenangeboten.

Nostalgie und Leidenschaft für Disney und Pokémon

Die Besucher zeigten sich begeistert. Für die Rostockerinnen Silvia und Franziska, die als Finanzbuchhalterinnen arbeiten, ist das Sammeln auch eine Reise in die Kindheit. „Ich habe als Kind Pokémon gespielt, bevor ich überhaupt richtig lesen konnte“, sagte Franziska, die auch im Cosplay aktiv ist. Silvia sammelt seit zwei Jahren Disney Lorcana, weil sie Disney-Fan ist. Beide begrüßten die neue lokale Messe.

Im Hauptraum des Moya gab es neben Ausstellern einen Tauschmarkt. Dort trafen sich Sammler mit ihren Mappen, um Karten zu tauschen. Es konnte auch gespielt, gemalt und genetzwerkt werden. Ein Bühnenprogramm rundete das Angebot ab. Sogar die Verpflegung war thematisch angepasst: Auf der Speisekarte fand sich der Pika Pika Burger, benannt nach dem Pokémon Pikachu.

Lokale Lorcana-Gruppe „UwU“

Die Rostocker Lorcana-Gruppe „UwU“ war mit einem Stand vertreten. Der Gruppe gehören 13 Spiele- und Disney-Fans an, die sich regelmäßig im Spieleladen Fantastische Welten treffen und gemeinsam zu Turnieren in ganz Europa reisen. Manager Marten, Medizintechniker, meinte: „Wir sind 1,90 Meter groß, wiegen 100 Kilo und wir stehen auf Disney.“ Seine Lieblings-Disney-Prinzessin sei Rapunzel, „denn sie ist immer positiv.“

Hohe Preise für seltene Karten

Die Sammelkarten können teuer sein. Laut Pagirnus sind Seltenheit, Alter, Zustand und der Markt preisbestimmend. Länderspezifische Ausgaben, etwa exklusive japanische Karten, können den Preis zusätzlich beeinflussen. „Im Durchschnitt, wenn es keine Topkarte aus einem Set ist, liegt man zwischen fünf und fünfzig Euro“, so der Händler. Spitzenkarten erreichten drei- bis vierstellige Beträge, bewertete Exemplare in bester Erhaltungsstufe könnten noch deutlich teurer werden. Erst kürzlich sei eine Turnierkarte in den USA für 16,5 Millionen Dollar verkauft worden.

Fortsetzung geplant

Pagirnus zeigte sich zufrieden: „Es ging mir nie ums Geld, sondern darum, ein lokales Angebot für die Community zu schaffen.“ Die Veranstaltung habe seine Erwartungen um Längen übertroffen. Eine weitere Cardwave Convention sei „ziemlich sicher.“