Christa Kinast-Köhler: DDR-Legende wird 75 – Gold von Belgrad bis Jönköping
Christa Kinast-Köhler: DDR-Legende wird 75

Christa Kinast-Köhler, die als eine der ersten Athletinnen Männersprünge wagte und damit den Wassersport veränderte, feierte am 18. August ihren 75. Geburtstag. Ihren größten Triumph erlebte sie 1973 bei den ersten Schwimm-Weltmeisterschaften in Belgrad, als sie im Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett den Weltmeistertitel holte.

Vom WM-Titel zum Olympiasilber

Schon 1972 nahm die Springerin vom SC Empor Rostock an den Olympischen Spielen in München teil, war mit Platz elf aber unzufrieden. Vier Jahre später in Montreal gewann sie Silber – nur die US-Amerikanerin Jennifer Chandle war besser.

Christa Kinast-Köhler gehörte zu den ersten Frauen, die sich an Männersprünge herantrauten: gehechtet statt gehockt und mit höherer Schraubenanzahl. Dieser höhere Schwierigkeitsgrad brachte mehr Punkte. 1977 bewies sie das bei den Europameisterschaften im schwedischen Jönköping mit Gold – den anderthalb Salto vorwärts mit drei Schrauben hatte damals keine andere Springerin im Repertoire.

Trainerin und Wertungsrichterin

Nach ihrer aktiven Karriere blieb sie dem Sport treu und wurde Trainerin. Im damaligen Weltverband FINA – heute World Aquatics – erwarb sie die Berechtigung, als internationale Wertungsrichterin zu arbeiten. Mehrfach war sie beim Rostocker Internationalen Springertag im Einsatz, den 1956 ihr Mann gemeinsam mit Heinz Kitzig ins Leben rief.

Bis 2013 stand die Jubilarin Tag für Tag am Beckenrand und gab ihr Wissen an den Nachwuchs weiter. Unter ihren Fittichen stand unter anderem Annika Walter, die 1996 in Atlanta Silber vom Turm gewann. Falk Hoffmann, der 1977 ebenfalls Gold vom Drei-Meter-Brett holte und 1980 Olympiasieger wurde, sagte einmal über sie: „Als Athletin und später Trainerin war sie sehr verlässlich, stets einsatzbereit.“