Hanse Sail: 120 Segler begeistern Tausende, doch Spotter vermissen Große
Hanse Sail: 120 Segler, Spotter vermissen Große

Rostock ist im Hanse Sail-Fieber. Auch am 8. August ging es auf dem Wasser turbulent zu. Der Hanse Sail-Samstag stand ganz im Zeichen der mehr als 120 Traditionssegler, die am größten Traditionsseglertreffen Europas an der Ostsee teilnahmen. Hunderte und Tausende drängten sich am Samstagvormittag entlang der Molen in Warnemünde und entlang des Stadthafens in Rostock, um die Ausfahrt der prächtigen Segler zu beobachten.

Schiffe, die zur Hanse Sail gehören wie die Ostsee zu Warnemünde

Manche Schiffe gehören einfach zur Hanse Sail, wie die Ostsee zu Warnemünde, scheint es: Über dreißig Mal haben die „Albert Johannes“, die „Loth Lorien“, die „Stettin“, die „Swaensborgh“, die „Regina Maris“ und die „Nobile“ bereits an der Hanse Sail in Rostock teilgenommen.

Die „Loth Lorien“ nimmt zum 33. Mal an der Hanse Sail teil. Das Schiff steht seit jeher im Zeichen der Familie van der Rest: Erbauer Jaap lernte an Bord seine spätere Frau Anna kennen, gemeinsam bauten sie eine erfolgreiche Charterfirma auf. Zum Jahresbeginn hat Tochter Marieke die Leitung übernommen; mit Tochter Maila steht bereits die nächste Generation bereit.

Ein Fotograf, der für das beste Motiv den Mast erklimmt

Herbert Böhm kennt wohl jedes einzelne der Teilnehmerschiffe in- und auswendig: Seit den 1990er-Jahren dokumentiert der ehemalige Meeresforscher die Hanse Sail fotografisch und klettert für das beste Motiv auch als 80-Jähriger noch immer selbst den Mast hinauf. „Man muss dabei sein, um die Stimmung an Bord zu erfassen“, sagt er. So will er es auch künftig handhaben, „bis ich vom Mast falle“.

Schwimmende Hörsäle und Jugendcamps auf See

Besondere Gäste sind auch die „Pascual Flores“ und die „Wylde Swan“. Beide sind Segelschulschiffe. Der spanische Dreimaster dient jungen Studierenden als schwimmender Hörsaal, um theoretisches Wissen direkt auf See in die Praxis umzusetzen.

Ähnlich läuft es auch auf der „Wylde Swan“. Nur sind es hier Schüler, die neben dem regulären Unterricht an Bord auf etwa sechswöchigen Reisen durch die Karibik das Segeln schon im Jugendalter praktisch lernen. Die „Wylde Swan“ ist übrigens der größte Zweimast-Topsegelschoner der Welt.

Nach dem Sturm: Spotter vermissen große Pötte

Nach dem stürmischen Freitag hatte sich die See etwas beruhigt. Entlang der Molen waren auch viele Schiffsspotter zu finden: Während die meisten Besucher begeistert waren, fiel besonders den eingefleischten Schiffs- und Traditionsseglerfans das Fehlen großer Segler und Prachtschiffe auf.