Der zweijährige Kulan-Hengst Mushu ist am 10. August im Rostocker Zoo eingetroffen. Aus dem Tierpark Berlin wurde der Hengst überführt und soll künftig bei den Asiatischen Wildeseln für Nachwuchs sorgen. Damit soll die Erhaltungszucht der stark gefährdeten Tierart vorangetrieben werden.
Perfektes Gen-Match für die Rostocker Herde
„Wir sind sehr froh, dass Mushu gut bei uns angekommen ist“, erklärt Daniela Lahn, Kuratorin im Zoo Rostock. Er sei dem Zoo Rostock im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) gezielt zugeteilt worden. Der Grund: Seine Gene passen perfekt zu den Rostocker Stuten.
Die Zusammenführung der Herde habe viel Fingerspitzengefühl vom Pflegerteam erfordert, so Lahn. „Die größte Herausforderung ist, dass sich die Tiere dabei nicht verletzen und die Herde Schritt für Schritt zueinanderfindet.“
Eingewöhnung und Außenanlage
Nach den ersten Tagen im Stall und Vorgehege darf Mushu inzwischen gemeinsam mit den Stuten und einem Junghengst die große Außenanlage erkunden. „Nach der Eingewöhnung unter den Artgenossen lernt Mushu auch die Yaks kennen, mit denen sich die Kulane die weitläufige Anlage seit vielen Jahren teilen“, informiert Frida Jung, Pressesprecherin des Zoos.
Erhaltungszuchtprogramme für Arterhalt
Der Kulan (Equus hemionus kulan), eine Unterart des Asiatischen Wildesels, gelte laut Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet, so Jung. In den Steppen Zentralasiens hätten Wilderei, Bejagung und Lebensraumverlust die Bestände massiv dezimiert.
„Obwohl es aktuell kein direktes Auswilderungsprojekt für den Rostocker Nachwuchs gibt, spielen Erhaltungszuchtprogramme eine Schlüsselrolle“, erklärt Jung. „Die Zoopopulation muss vorausschauend geschützt, gezüchtet und gesund gehalten werden, um die Grundlage für künftige Wiederansiedlungen zu schaffen.“