Der Zoo Rostock meldet eine Premiere: Erstmals in seiner Geschichte gibt es Nachwuchs bei den Eurasischen Fischottern. Das Jungtier kam bereits Ende Juni zur Welt, blieb aber bislang in der sicheren Höhle verborgen. Nun wagt sich die Otter-Dame erstmals ins Freie und unternimmt erste Erkundungstouren.
Erster Nachwuchs für Mama Heidi
Für Mutter Heidi (2), die erst im Februar 2025 aus dem Natur- und Tierpark Goldau in der Schweiz an die Ostsee kam, ist es der erste Nachwuchs. Sie kümmere sich vorbildlich um das Kleine, die Aufzucht verlaufe sehr harmonisch, heißt es vom Zoo. Vater Ivan hat bereits in Schweden Nachwuchs gezeugt.
Die Tierpfleger gaben der jungen Familie bewusst viel Ruhe und Zeit. Die Erstuntersuchung inklusive Transponder-Setzung und Impfung ist für den 25. August geplant.
Publikum wählt den Namen
Einen Namen hat die kleine Otter-Dame noch nicht. Dieser soll von den Besuchern bestimmt werden. Bis zum 24. August läuft das Voting für die Namensvorschläge des Pflegerteams in den sozialen Medien des Zoos.
Schwimmen muss geübt werden
„Fischotter kommen blind und taub mit nur rund 100 Gramm Gewicht zur Welt“, erklärt Frida Jung, Pressesprecherin des Zoos. „Nach etwa vier Wochen öffnen sich die Augen, und ab der achten Woche wagt sich der Nachwuchs erstmals aus der Höhle.“
Dann gehe es schrittweise an das Element Wasser: „Auch wenn Fischotter das Schwimmen im Blut haben, muss der Bewegungsablauf erst geübt werden – notfalls hilft die Mutter mit einem sanften Schubser nach“, so Jung. Wer das Otter-Mädchen sehen möchte, sollte Geduld mitbringen, denn tagsüber zieht sich der Welpe meist zurück und zeigt sich vor allem in den Dämmerungsstunden.
Erfolg für das Erhaltungszuchtprogramm
Das Baby ist ein großer Erfolg für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). In Deutschland waren die Bestände des Eurasischen Fischotters einst fast komplett ausgerottet. „Seit 1990 erholen sich die Bestände erfreulicherweise wieder deutlich, und viele ursprüngliche Lebensräume werden neu besiedelt“, erklärt Jung. „Dennoch bleiben Schutzmaßnahmen unverzichtbar.“ Die größte Gefahr gehe dabei nach wie vor vom Straßenverkehr aus, „dem regelmäßig Tiere beim Überqueren von Straßen an Gewässerläufen zum Opfer fallen“.