Pilzsaison startet später: Experte gibt Tipps für Sammler in MV
Pilzsaison startet später: Tipps für Sammler in MV

Die Hauptsaison für Pilzsucher in Mecklenburg-Vorpommern steht bevor, doch die Trockenheit der vergangenen Wochen verzögert den Start. Pilzcoach Robert Sprunk aus dem Kreis Rostock rechnet mit einem verspäteten Beginn in den Regionen. „Wenn man von der Hauptsaison im Herbst ausgeht, in der die meisten und auch die prominenten Arten ihre Fruchtkörper zeigen, so wird es in den Regionen wohl einen verspäteten Start geben“, sagt er.

Witterung bestimmt das Pilzwachstum

Das Aufkommen der Pilze sei immer ganzjährig zu betrachten, erklärt Sprunk. „Je nach Ziel der Suche, kann die Saison auch im März/April liegen. So wäre es beispielsweise bei der gezielten Suche nach Morcheln.“ Als Faustregel gelte: Zwei bis vier Wochen nach ergiebigen Regenfällen könne man nach langer Trockenheit mit den bekannten Pilzen rechnen.

Ein Steinpilz als Symbiosepartner sei jedoch „etwas anspruchsvoller, als beispielsweise ein Schopftintling, dem oft bereits ein kräftiger Schauer genügen kann“, so Sprunk.

Bilanz der Pilzsaison 2025

Die Pilzsaison 2025 war laut Sprunk ein gutes Jahr für die gezielte Pilzsuche. „Angesichts der Rückmeldungen verschiedener Experten und persönlichen Erfahrungen während meiner geführten Touren, war es ein gutes Jahr für die gezielte Pilzsuche“, sagt er. Bereits im Juli vergangenen Jahres gab es eine große Welle an Sommersteinpilzen im ganzen Land.

„Einen kleinen Knick gab es im Oktober wegen kurzer Trockenheit. Später und bis in den November hinein war dann aber wieder eine breite Artenvielfalt vertreten.“

Beste Sammelgebiete und unterschätzte Arten

Die besten Sammelgebiete hängen laut Sprunk stark davon ab, welche Arten man sucht. „Generell hat unser Bundesland beste Wälder für nahezu alle bekannten Speisepilze in allen Regionen zu bieten.“ Sein Ziel sei es, die Wälder durch Aufklärung zu entlasten. „Das bedeutet vor allem, jedem Suchgebiet und jeder Jahreszeit eine Pilzmahlzeit zu entlocken.“ Oft seien gerade die unscheinbaren Ecken am vielfältigsten, etwa alte Parkanlagen mit großen Eichen.

Geschmacklich unterschätzt ist für Sprunk der Schwefelporling. „Wer einen Schwefelporling bestimmen kann und weiß, wie man richtig paniert, der kann sich auf Lob seiner Mitesser einstellen.“ Der Pilz sei als „Hähnchen des Waldes“ kaum von Chicken-Nuggets zu unterscheiden. „Eine super Alternative für Vegetarier.“

Sicherheit und Notfall

Beim Sammeln gilt: Niemals Pilze essen, die man nicht genau kennt. „Wer sich unsicher ist, sucht immer einen Fachmann auf. Bestimmungen im Internet oder per App bleiben grundsätzlich ohne Essensfreigabe und somit riskant“, warnt Sprunk. Generell sind Röhrenpilze solchen mit Lamellen vorzuziehen. Bei einem Notfall ist das Gift-Informationszentrum Nord unter der Rufnummer 0551/19240 erreichbar.