Mecklenburg-Vorpommern hat seit diesem Sommer acht Restaurants mit einem Michelin-Stern. Zwei neue Spitzenköche kochen in Schwerin und in Dierhagen. Marcel Kube arbeitet im „Gourmetrestaurant 1751“ im Weinhaus Uhle in Schwerin, Christopher Huhnstock-Kerber in der „Ostseelounge“ im Hotel Dünenmeer in Dierhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen).
Die neuen Spitzenköche im Porträt
Marcel Kube ist 39 Jahre alt und stammt aus Hennigsdorf in Brandenburg. Er hatte bereits in einem Restaurant in Radebeul (Sachsen) einen Stern. Seit drei Jahren lebt er in Schwerin. Christopher Huhnstock-Kerber ist 33 Jahre alt und stammt aus Sonneberg in Thüringen. Seit einem Jahr lebt er in Mecklenburg-Vorpommern und war zuvor Sous-Chef in einem 3-Sterne-Restaurant in der Schweiz.
Regionale Produkte als gemeinsame Leidenschaft
Beide Köche verbindet die Freude an regionalen Produkten. Kube fährt regelmäßig von Schwerin nach Holthusen – eine halbe Autostunde von seiner Küche entfernt. Dort bekommt er alles knackfrisch geerntet und bio, was sein Kräuter- und Gemüse-Herz begehrt: Wilde Möhre, Fenchel, Salat und Kräuter. Huhnstock-Kerber schwört auf eine Anlaufstelle in Ahrenshagen-Daskow (Landkreis Vorpommern-Rügen). Jede Woche erhält er von dort frische Sahne, Butter, Milch, Joghurt, Molke und Frischkäse. Auf Wunsch auch mit eigens kreiertem Geschmack, der zu seinen kulinarischen Ideen passt. Wenn er am Sonntag anruft oder eine SMS schreibt, wird am Montag extra für ihn frisch hergestellt.
Was einen Michelin-Stern auszeichnet
Für einen Michelin-Stern kann sich kein Koch bewerben. Anonyme Tester kommen in die Restaurants, kosten als „ganz normaler“ Gast und bewerten unter anderem die Produktqualität, die technische Perfektion und Präzision bei der Zubereitung, die Harmonie und Kraft der Aromen sowie die persönliche Handschrift des Küchenchefs. Der Guide Michelin weist darauf hin, dass ein Stern nie dem Koch, sondern immer dem Restaurant gehört. Die Anzahl der Sterne hat unterschiedliche Bedeutungen: Ein Stern steht für Küche voller Finesse, einen Stopp wert. Zwei Sterne bedeuten Spitzenküche, einen Umweg wert. Drei Sterne stehen für einzigartige Küche, eine Reise wert.
Der Moment der Auszeichnung
„Für ein paar Sekunden war mal der Druck weg“, beschreibt Christopher Huhnstock-Kerber den Moment, als der Anruf vom Guide Michelin kam. Marcel Kube erinnert sich: „Ja, enorme Freude auf jeden Fall. Das ist ja eine gewisse Belohnung für die Zeit und Arbeit, die man da reingesteckt hat. Auch fürs Team.“ Jedem, der von einem Michelin-Stern träumt, rät er: dranbleiben, sich selbst weiterentwickeln und nie aufhören. „Karotte kann man auf tausend verschiedene Wege verarbeiten. Und wenn man weiß, dass man noch nicht alle kennt, dann einfach weiter probieren.“
Beide Köche haben längst wieder Gas gegeben und wollen sich auf dem einen Stern nicht ausruhen. Christopher Huhnstock-Kerber sagt mit einem verschmitzten Lächeln: „Die Reise ist noch nicht zu Ende.“