Zoff um Karls Barbershop: Fans drohen mit Boykott
Zoff um Karls Barbershop: Fans drohen mit Boykott

Seit dem 8. August wirbt das Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen mit „nicht nur frischen Erdbeeren, sondern auch frischen Cuts“. Besucher können sich in dem stylischen Truck „Berry Fresh – Karls Barbershop“ die Haare schneiden lassen. Ein Haarschnitt kostet Herren 21 Euro, Kinder bis acht Jahren zahlen 15 Euro, und der Barbier stutzt den Männerbart für 15 Euro.

Negative Kommentare auf Social Media

Das Angebot kommt bei Usern auf Social Media allerdings überhaupt nicht gut an; die meisten Kommentare fallen negativ aus. Viele stören sich daran, dass es nun – wo es anscheinend an jeder Ecke einen Barbershop gebe – auch noch einen bei Karls gibt. Aus ihrer Sicht passe ein Friseur nicht ins Konzept.

Torsten R. schreibt: „Nicht alles, was Geld bringt, ist positiv für die Marke. Es ist toll, was ihr geschaffen habt, doch es sollte etwas Besonderes mit Charakter bleiben und nicht zum Shopping-Tempel verkommen.“ Zahlreiche User geben ihm dafür einen Daumen hoch.

Harte Kritik an Karls-Chef Robert Dahl

Einige kündigen sogar die Freundschaft mit Karls auf. So erklärt Dierk K.: „Herr Dahl, damit zerstören Sie Ihren bisherigen guten Namen! Diese Shops haben bei Ihnen nichts verloren. Damit unterstützen Sie eine bestimmte Gruppe, die ihr Geld in Shishabars, Barbershops etc. waschen. Mich sehen Sie erst wieder, wenn Sie das rückgängig machen.“

Das Social-Media-Team von Karls versucht unter dem Werbevideo für „Berry Fresh – Karls Barbershop“ die Wogen zu glätten und schreibt unter anderem: „Lasst es doch erst einmal anlaufen, dann schauen wir, wie es läuft.“ Auf die Vorwürfe, bei diesem Friseur könnten Kunden nur bar zahlen, antwortet das Team: Das stimmt nicht; es gibt eine Kasse, und Kartenzahlung ist möglich.

Kritik und positive Stimmen

Karls-Fans äußern außerdem Kritik, weil das Angebot nur an Herren gerichtet ist. Das Team schlägt vor, dass sich gern auch Damenfriseure für eine Zusammenarbeit melden können. Unter mehreren Kommentaren, dass Barbiere oftmals keinen Meistertitel hätten und deshalb nicht die gleichen Leistungen wie bei einem Friseur anbieten dürfen, reagierte das Team nicht. Auch nicht auf rassistische Äußerungen.

Auf Nachfrage unserer Redaktion sagte Pressesprecherin Nicole Schumann, dass ihr Team auf die Unterstellungen im Netz nicht eingeht. „Es ist einfach ein Angebot, das für gute Laune sorgen soll.“

Nicht alle äußern Kritik. Das zeigt der Kommentar von Ma L., der kürzlich bei Karls in Rövershagen vorbeischaute und die Barbiere lobte: „Verdammt nette Leute, die auch etwas von ihrem Handwerk verstehen. Bevor die Leute meckern, dass es nicht Karls ist: Ja, das stimmt – der Bus steht ja auch davor.“ Auch Anja S. freut sich über das Angebot und kommentiert: „Schade, dass immer gemeckert wird. Warum nicht mal ausprobieren? Vielleicht kreiert man dort ja auch eine Pflegeserie mit Erdbeer-Shampoo, Rasiergel und Aftershave mit leichtem Erdbeerduft.“

Die Barbiere sind von montags bis samstags von 9 bis 19 Uhr vor Ort. Bis zum 31. August gewähren sie einen Eröffnungsrabatt von fünf Euro pro Haarschnitt.