Die Serie von Metalldiebstählen auf dem Alten Friedhof in Schwerin setzt sich fort: Erneut sind fünf Grabplatten aus Messing entwendet worden. Nach Angaben der Stadt wurden die Platten mit den Namen von Kriegsopfern von ihren Granitsockeln abgebaut. Der Diebstahl wurde am 10. August festgestellt, vier Tage zuvor waren bereits 23 Platten verschwunden.
Oberbürgermeister verurteilt Zerstörung
Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) verurteilte die Zerstörung der Gräber als „beschämenden Akt des Vandalismus und der Respektlosigkeit“. Die Gräber erinnern an zivile und militärische Opfer des Zweiten Weltkrieges. Ehlers engagiert sich eigenen Angaben zufolge regelmäßig als Spendensammler für den Volksbund. „Kriegsgräber erinnern uns daran, die brutalen Folgen von Krieg und Gewalt nicht zu vergessen. Sie sind nicht nur Orte der Trauer, sondern auch ein Auftrag, uns für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen.“
Der materielle Wert einer einzelnen Platte liegt laut Stadt bei rund 3000 Euro. Die Diebstähle wurden jeweils bei der Polizei angezeigt. Mögliche Zeugen können sich direkt an die Polizei wenden.
Mehr als 2300 Gräber auf betroffenem Feld
Auf dem betroffenen Grabfeld XIV a/b befinden sich mehr als 2300 Gräber. Dort wurden Soldaten, Heimkehrer, Zivilpersonen und Kinder bestattet, die zwischen Januar 1945 und Ende 1946 starben. 1999 wurde die Fläche als Kriegsgräberfeld wiederhergestellt und mit Kissensteinen aus Granit samt Namenstafeln versehen.
Um weiteren Diebstählen vorzubeugen, hat die Friedhofsverwaltung in Absprache mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge beschlossen, die noch vorhandenen 202 Grabplatten aus Metall abzubauen, zu sichern und einzulagern. Laut Stadt wird erwogen, die Namenstafeln für das gesamte Gräberfeld auszutauschen und ein Material zu verwenden, das für Metalldiebe nicht attraktiv ist. Ein Termin für die Anbringung neuer Platten steht noch nicht fest.
Friedhofsverwaltung gibt Auskunft
Wer Personen sucht, die auf dem Grabfeld bestattet sind, kann sich bei der Friedhofsverwaltung unter der Telefonnummer 0385 641080 oder per E-Mail melden.