Unwetterwarnung: Orkanböen und Gewitter im Norden Deutschlands
Unwetterwarnung: Orkanböen und Gewitter im Norden

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Donnerstag amtliche Unwetterwarnungen für Teile von Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern herausgegeben. Betroffen sind unter anderem der Südosten Hamburgs, die Gebiete um und östlich von Lüneburg und Uelzen sowie der Korridor zwischen Hamburg-Lübeck und Schwerin-Wismar. Es werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde, Starkregen mit Niederschlagsmengen von bis zu 25 Litern pro Quadratmeter in der Stunde und Hagel erwartet. In Mecklenburg-Vorpommern laufen die Warnungen gegen 19.30 Uhr aus.

Gefahr durch Bäume und Trockenheit

Besonders hoch ist das Risiko in der Nähe von Bäumen, warnt Wetterexperte Herold. Größere Äste könnten abbrechen, auch ganze Bäume umstürzen. Da die Bäume aktuell belaubt seien, gebe es einen größeren Luftwiderstand. Zusätzlich spiele die Trockenheit eine Rolle: Die Bäume seien dadurch geschwächter als für gewöhnlich, ein Entwurzeln sei zurzeit leichter möglich, erklärt Tim Staeger vom ARD-Wetterkompetenzzentrum.

Auswirkungen auf Veranstaltungen

Wegen der Sturmwarnung beginnt das Maschseefest in Hannover heute später als üblich. Der Beginn ist für 18.30 Uhr geplant, nachdem zeitweise 20 Uhr angepeilt wurde. Die Landesgartenschau (LaGa) in Bad Nenndorf (Landkreis Schaumburg) hat wegen des erwarteten Unwetters bereits um 15 Uhr geschlossen, wie die Veranstalter auf Instagram mitteilten.

Tipps für das Unwetter

ARD-Wetterexperte Staeger rät, alle Gegenstände hereinzuholen, die umherfliegen könnten. Was draußen bleiben muss, sollte möglichst festgebunden werden. Auch sei ratsam, Wetterprognosen und den Himmel im Blick zu behalten. Sollte jemand bei einem Spaziergang von Gewitter überrascht werden: „Auf keinen Fall unter Bäume flüchten, sondern auf freiem Feld in die Hocke gehen“, sagt Staeger. Im Auto sei man dank des faradayschen Käfigs sicher, aber Metallteile nicht berühren. Informationen und Ansprechpartner rund um extremes Wetter und Notlagen hat das Land Niedersachsen auf dem „Notfall-Monitor“ gebündelt.

Hitzewarnung und Waldbrandgefahr

Die Temperaturen liegen vielerorts über 30 Grad und könnten im Südosten Niedersachsens auf bis zu 37 Grad steigen. In Hamburg und in Lauenburg in Schleswig-Holstein werden bis zu 35 Grad erwartet. Von der Hitzewarnung ausgenommen sind laut DWD lediglich die Inseln, das küstennahe Ostfriesland, Nordfriesland und Helgoland, wo 28 Grad vorhergesagt werden. Eine Landkarte zeigt, wo die Gefahr für Brände in Norddeutschland hoch ist.

Ausblick auf Freitag

Noch bis in den Freitagabend hinein sollen Gewitter in Niedersachsen möglich sein. Nach einer kurzen Pause in der Nacht steigt die Unwettergefahr im Verlauf des Tages den Prognosen zufolge deutlich – erneut mit Hagel, Sturmböen und Starkregen. Im Gegensatz zu heute soll es weniger Wind und weniger Hitze geben: Im Raum Göttingen werden am Freitag voraussichtlich maximal 30 Grad erreicht. Die Unwettergefahr halte teils bis in die Nacht zu Samstag an, so der DWD.

Von einer Hitzewelle wird gesprochen, wenn an drei Tagen in Folge an einer Wetterstation die Höchsttemperatur 30 Grad übersteigt. „Das ist zwar kein naturwissenschaftlich fest umrissener Begriff“, aber darauf habe man sich geeinigt, sagt Tim Staeger.