Knapp zehn Monate nach seiner Wiedereröffnung hat das Staatliche Museum in Schwerin den 100.000. Besucher begrüßt. Der Jubilar Rüdiger Mundt aus Güstrow erhielt einen Blumenstrauß, ein Buch über das Museum und ein Freigetränk im Museumscafé. Kulturministerin Bettina Martin (SPD) und Museumsdirektorin Dr. Pirko Zinnow überreichten die Präsente.
Besucherzahlen vervielfacht
Das Staatliche Museum hatte Ende Oktober 2025 nach vier Jahren Sanierung wieder eröffnet. Vor der Sanierung zählte das Haus im Schnitt 30.000 Gäste pro Jahr. „Wir haben jetzt in knapp 10 Monaten 100.000 Besucher, zuvor hatten wir im Mittel 30.000 Gäste im ganzen Jahr, das ist wirklich enorm“, sagte Dr. Pirko Zinnow.
Die Museumsdirektorin verweist auf eine Verzehnfachung der Führungen. Die Einnahmen aus dem frei zugänglichen Museumscafé seien fünf Mal so hoch wie zuvor, im Museumsshop geben die Gäste 2,5 Mal mehr Geld aus. Ein entscheidender Faktor ist der freie Eintritt, den das Land Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit der Dorit & Alexander Otto Stiftung für vier Jahre ermöglicht.
Publikumsmagnet über die Landesgrenzen hinaus
Für Kulturministerin Bettina Martin zeigen die gestiegenen Zahlen, „was für eine besondere Qualität das Museum jetzt besitzt“. Es habe sich zu einem absoluten Publikumsmagneten entwickelt und sei ein sehr wichtiger Bestandteil des kulturellen Angebotes in Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern und über die Landesgrenzen hinaus.
Laut Dr. Pirko Zinnow stammen rund 60 Prozent der Besucher aus Mecklenburg-Vorpommern, knapp 15 Prozent kommen aus Hamburg, gefolgt von Brandenburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Der Ausländeranteil sei noch recht gering, weil das benachbarte Schlossmuseum viele ausländische Gäste anziehe, aber ihr Anteil wachse. Auch der im Sommer 2024 verliehene Unesco-Titel des Schweriner Residenzensembles trage dazu bei, dass das Museum verstärkt von Touristen entdeckt wird.
Inklusion und neue Reihe „After Art“
Steigend ist auch der Anteil von Besuchern mit Handicap, wie der Jubilar, der seit seiner Geburt an einer Beeinträchtigung leidet. „Darüber freuen wir uns, dass wir auch für sie attraktiv sind“, so die Museumsdirektorin. „Wir sind ein Begegnungsort, ein Kulturort, ein Wohlfühlort, genau das wollten wir“, richtet sie ihren Dank an ihr Team sowie Land und Stiftung.
Sehr gut angenommen wird auch die neue Reihe „After Art“, die Museumsbesuche bis 21 Uhr im Juli und August jeweils donnerstags mit Musik, Getränken und Seeblick auf der Museumstreppe verbindet. Wegen des Weinfestes, das von Mittwoch bis Sonntag auf dem benachbarten Alten Garten gefeiert wird, klingt das Format am 3. September aus mit einem Auftritt des Schweriner Duos „Sconehead“.