In der Gadebuscher Straße in Schwerin haben sich in der vergangenen Woche große Mengen Sperrmüll und Abfälle vor den Wohnhäusern angesammelt. Die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) erklärt, dass die Ablagerungen im Zusammenhang mit Umzügen im Rahmen einer geplanten Modernisierung stehen.
Müllberge vor den Wohnhäusern
Sofas, Schränke, Bretter, Säcke, Farbeimer und sogar ein Kindersitz stapelten sich auf dem Gehweg vor den Hauseingängen in der Gadebuscher Straße 193 bis 211. Anwohner aus den umliegenden Straßen hatten die Redaktion bereits am Wochenende auf die Zustände aufmerksam gemacht. Einige berichteten, dass Abfälle teilweise sogar aus den Fenstern geworfen wurden.
Die WGS bestätigt, dass die Situation mehrere Tage bestanden habe. Das Unternehmen beauftragte schließlich die Beräumung. Nach Angaben der Wohnungsgesellschaft war der Bereich vor dem Wohngebäude seit dem 19. August geräumt.
Ursachen und Fremdentladung
Bei der WGS ist die Situation bekannt. Derzeit läuft dort ein sogenannter Freizug: Die Wohnungen werden nach und nach leergezogen, weil für den gesamten Komplex eine umfangreiche Modernisierung geplant ist. Die Ansammlungen standen überwiegend im Zusammenhang mit den Umzügen der Mieterinnen und Mieter.
Allerdings sei Sperrmüll teilweise nicht zur Abholung angemeldet oder bereits deutlich vor dem vereinbarten Termin herausgestellt worden. Nach Angaben der Wohnungsgesellschaft nutzten weitere Personen die bereits entstandenen Ablagerungen, um eigene Abfälle loszuwerden. Die WGS spricht von einer zusätzlichen „Fremdentladung“.
Weitere Reste und geplante Modernisierung
Ganz verschwunden ist das Problem allerdings noch nicht. Bei einem erneuten Blick am Montag, 24. August, ist der große Müllberg zwar weg. Im Bereich vor Hausnummer 199 sind jedoch weiterhin einzelne Reste zu sehen. Auch auf der Rückseite des Gebäudes seien zwischenzeitlich weitere Ablagerungen festgestellt worden, bestätigt die WGS. Ihre Entfernung sei bereits beauftragt.
Hinter dem Freizug steckt ein größeres Vorhaben. Die WGS will den langen Wohnblock in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Aus den derzeit 100 Wohnungen in der Gadebuscher Straße 193 bis 211 sollen künftig 84 Wohnungen entstehen. Geplant sind zeitgemäße Grundrisse und barrierearme Angebote. Gleichzeitig soll der Block technisch umfassend modernisiert werden.
Nach Angaben der WGS sollen technische Anlagen künftig dafür sorgen, dass mehr als 60 Prozent der benötigten Energie direkt am Gebäude erzeugt werden können. Das betrifft Haushaltsstrom ebenso wie Heizung und Warmwasser. Intelligente Speicherlösungen sollen die Eigenversorgung zusätzlich erhöhen. Die konkreten Planungen laufen derzeit noch. Ende 2026 sollen nach Angaben der WGS die Entkernungsarbeiten beginnen. Bis zur vollständigen Fertigstellung müssen sich Anwohner allerdings noch gedulden: Sie ist derzeit für das Jahr 2029 vorgesehen.