Bernstein: 6 faszinierende Fakten über das Gold der Ostsee
Bernstein: 6 faszinierende Fakten

Bernstein, auch als „Gold der Ostsee“ bekannt, ist ein faszinierendes Naturmaterial, aus dem sich Ketten, Amulette, Schatullen, Pfeifenköpfe und Dekofiguren herstellen lassen. Seit über tausend Jahren wird es in der Region gefunden. Wer sich näher damit beschäftigt, stößt auf erstaunliche Details und einige interessante Fragen.

Bernstein und Harz: Ist das dasselbe?

Bernstein ist kein gewöhnliches Baumharz, sondern eines, das über eine Million Jahre alt ist. Viele Nadelbäume und einige Laubbäume produzieren Harz, um Verletzungen zu schließen, wie das Deutsche Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten informiert. Das Material ist brennbar und besteht zu 80 Prozent aus Kohlenstoff sowie aus Sauer- und Wasserstoff. Bernstein ist leicht und lässt sich bohren, sägen und drechseln.

Warum gibt es so viel Bernstein an der Ostsee?

Forscher vermuten, dass es einst einen Bernsteinwald mit einer besonderen Kiefernart gab, ungefähr dort, wo heute die Ostsee liegt. Das Harz dieser Kiefer oxidierte an der Luft und zersprang oder wurde im Wasser konserviert. Meeresströmungen trieben die Harze nach Süden und lagerten sie an der Küste oder in Sedimentschichten ab.

Woran erkenne ich Bernstein?

Bernstein ist elektrostatisch: Nach dem Reiben an Wolle zieht er Fusseln an. Ein weiterer Test: In einer Salzlösung schwimmt Bernstein oben, während Steine oder Glasscherben sinken. Vorsicht ist geboten, denn auch Phosphor aus versenkter Munition kann am Strand vorkommen und bei Hautkontakt schwere Verbrennungen verursachen. Wer unsicher ist, sollte einen erfahrenen Sammler fragen.

Wo wurde das „Gold der Ostsee“ einst abgebaut?

In einem Braunkohletagebau in Bitterfeld in Sachsen-Anhalt wurden einst bernsteinführende Schichten entdeckt und abgebaut. An der Küste bei Königsberg wird Bernstein seit dem Mittelalter gefördert, gewonnen aus der sogenannten „Blauen Erde“, einer etwa zehn Meter dicken Sandschicht.

Was hat es mit dem Bernsteinzimmer auf sich?

Das Bernsteinzimmer im Katharinenpalast in Russland ist eine Rekonstruktion, nicht das Original. Der preußische König Friedrich I. ließ die Wandvertäfelungen für einen zehn mal zehn Meter großen Raum anfertigen und im Schloss Charlottenburg in Berlin aufbauen. Später wurden sie dem russischen Zaren Peter I. übergeben und 1755 im Katharinenpalast eingebaut. Bis zum Zweiten Weltkrieg blieb das Zimmer dort, wurde dann ins Königsberger Schloss gebracht und verlor wenig später seine Spur. Die Rekonstruktion ist seit Mai 2003 zu sehen.

Wann findet man Bernstein am besten?

Die Suche lohnt sich vor allem nach stürmischen Nächten mit auflandigem Wind. Auch bei niedriger Wassertemperatur steigen die Bernsteine nach oben, was die Chancen erhöht.