Ein verlorenes Reisedokument hat viele Menschen in der Region bewegt. Der Niederländer Ronnie Sluik hatte auf einer Radtour zu seinem Sohn eine Tasche verloren, in der sich sein Reisepass und seine Kamera befanden. Er war unterwegs nach Norwegen, um einen seiner drei Söhne abzuholen für eine gemeinsame Tour nach Spanien, um dort die Sonnenfinsternis zu beobachten. Ohne Ausweispapiere war kein Weiterkommen per Fähre nach Skandinavien.
Verlust bei Schwerin
Verloren hatte der weit gereiste Radfahrer die Tasche, die auf dem Gepäckträger befestigt war – irgendwo im Landkreis Nordwestmecklenburg auf einem Waldweg zwischen Brüsewitz und Frauenmark, einem Ortsteil von Veelböken. Trotz intensiver Suche und Verlustmeldung bei den Behörden blieb das Gepäckstück samt Inhalt zunächst verschwunden. Dabei hatte es Ronnie Sluik eilig, da er seinem Sohn versprochen hatte, rechtzeitig zur Sonnenfinsternis in Spanien zu sein.
In seiner Not wandte sich der Künstler an unsere Zeitung in der Hoffnung, dass zumindest der Pass rechtzeitig wieder auftaucht. Allerdings erfüllte sich dieser Wunsch anfangs nicht, so dass er den Heimweg antrat, um rechtzeitig Ersatzpapiere zu bekommen. Von den Niederlanden aus machten sich Vater und Sohn dann auf den Weg Richtung Iberische Halbinsel.
Das „kleine Wunder“
Das erhoffte „kleine Wunder“ trat dann aber doch noch ein. „Meine Tasche ist zurück“, berichtet Ronnie Sluik hocherfreut. Der ehrliche Finder hatte das Gepäckstück von seiner Privatadresse in Schwerin an das Rathaus im Geburtsort des Niederländers geschickt. Alles ist noch da gewesen, Kamera, Geld und sogar das Geschirr. Da Ronnie Sluik schon ein neues Ausweisdokument hatte, wurde der Pass allerdings von den Behörden vernichtet. Eine Standard-Prozedur, wie er sagt. In jedem Fall will er sich bei dem Finder aus der Robert-Beltz-Straße in Schwerin ganz herzlich bedanken.
Reise endet in Paris
So machte sich das Duo aus der Not eine Tugend und verkürzte die Reise. Am Ende reichte es trotzdem nicht ganz bis nach Spanien. Schuld daran war allerdings auch die brütende Hitze, die in den vergangenen Wochen und Tagen über Europa lag. „Mit meinem Sohn bin ich nicht weiter als Paris gekommen, wo wir aber die letzte Etappe der Tour de France 2026 gesehen haben auf dem Montmartre. Und das war cool“, freut sich der Vater über das glückliche Ende der gemeinsamen Reise und die Ehrlichkeit der Menschen.