Freche Sprüche gegen Zigarettenkippen an Schweriner Gullys
Freche Sprüche gegen Zigarettenkippen an Schweriner Gullys

In der Schweriner Weststadt hat eine Umweltgruppe zehn Gullydeckel mit wasserlöslicher Kreidefarbe markiert. Rund um die Straßenabläufe prangen in bunten Farben Sprüche wie „Halt! Hier kommt nur Regen rein“, „Ich bin kein Aschenbecher“ und „1 Kippe - 1000 Liter Wasser im Eimer“.

Sichtbares Zeichen für mehr Umweltschutz

„Wir wollen mit unserer legalen Graffiti-Aktion ein sichtbares Zeichen für mehr Umweltschutz und ein sauberes Wohnumfeld setzen“, sagt Ronny Alex, Sprecher der Umweltgruppe im Stadtteil. Alex ist selbst Raucher, will aber keine Verbote aussprechen. „Niemand muss seine Kippe irgendwo in die Natur werfen - oder eben in einen Gully.“ Vor allem der Filter enthalte viele Zusatzstoffe, die die Umwelt belasten würden, erklärt der Schweriner.

Idee aus dem Landkreis Stade

Die Idee für die Straßenkunst übernahm Alex aus dem Landkreis Stade in Niedersachsen. Für die Schriftzüge wurde leicht wasserlösliche Kreidefarbe verwendet. „Die Graffiti rund um die Gullydeckel sollen den Blick schärfen und Passanten dazu motivieren, Kippen ausschließlich in dafür vorgesehenen Behältern zu entsorgen.“ Für die Aktion holte Alex das Einverständnis der Unteren Verkehrs- und der Unteren Wasserbehörde ein. Freundliche Unterstützung gibt es von der Schweriner Abwasserentsorgung (SAE).

So reagiert die Abwasserentsorgung

Die SAE teilte der Umweltgruppe auf Anfrage mit, dass Zigarettenkippen bei der routinemäßigen Reinigung der Sinkkästen entnommen werden, bevor sie ins Kanalnetz gelangen können. Sollten Kippen bis zur Kläranlage gelangen, würden sie bei der ersten mechanischen Reinigungsstufe mit dem Rechengut entfernt.

Pilotprojekt bis 16. August

Bis zum 16. August bleiben die Sprüche an den zehn Gullys im Umfeld der Carl-Moltmann-, der Johannes-Brahms- und der Lessingstraße. Ronny Alex spricht von einem Pilotprojekt und kann sich vorstellen, die Graffiti auch an anderen Stellen in Schwerin anzubringen. Zigarettenkippen gehörten zu den am häufigsten weggeworfenen Abfällen im öffentlichen Raum. Die Umweltgruppe in der Weststadt zählt etwa ein Dutzend Mitglieder und engagiert sich unter anderem beim Frühjahrs- und Neujahrsputz.