Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August hat viele Gäste in die Schweriner Sternwarte gelockt. Etwa 50 Besucher verfolgten das Ereignis vom Dach der Einrichtung in der Weinbergstraße aus. Kurz nach 20 Uhr erreichte die Finsternis ihren Höhepunkt, die maximale Bedeckung betrug 85 Prozent.
Mond schiebt sich vor die Sonne
Gegen 19.15 Uhr schob sich der Mond langsam vor die Sonne. Der neunjährige Ole verfolgte das Geschehen gemeinsam mit seinen Großeltern Henrike und Detlef Thomsen. „Die Sonne sieht ja aus wie ein angeknabberter Burger“, sagte Ole. Seine Großmutter erklärte: „Wir haben uns spontan angemeldet, um unserem Enkel aus Berlin dieses Erlebnis zu bieten.“
Carola Lange ließ sich das Naturschauspiel ebenfalls nicht entgehen. Mit ihrem Enkel Johann blickte sie durch den großen Coudè Refraktor von Carl Zeiss Jena. „Ich bin schon als Zehntklässlerin im Astronomie-Unterricht in der Sternwarte gewesen“, erzählte Lange. Nun sei sie wieder einmal da, eine Sonnenfinsternis gebe es schließlich nicht alle Tage.
Mystisches Ereignis mit alter Technik
Dr. Bernhard Moldenhauer vom Astronomischen Verein freute sich über die große Resonanz. „Eine Sonnenfinsternis hat etwas Mystisches, das die Menschen anzieht“, betonte er. Zur Beobachtung hatten die Vereinsmitglieder neben dem Refraktor auch einen sogenannten Telementor aufgebaut, ein traditionelles Schulfernrohr aus dem Hause Carl Zeiss Jena. Besucherin Nadine Brenncke zeigte sich von der alten Technik fasziniert.
Die Schweriner Sternwarte wurde 1962 eröffnet, sieben Jahre vor der Mondlandung und ein Jahr nach dem ersten Ausflug von Juri Gagarin ins All. Bis 1992 diente sie als Schulsternwarte. Seitdem ist die Volkshochschule Träger der Einrichtung.
Nächste Finsternis 2027
Wer die Sonnenfinsternis diesmal verpasst hat, kann sich auf den 2. August 2027 freuen: Dann findet die nächste partielle Sonnenfinsternis statt. Eine totale Sonnenfinsternis, die auch in Norddeutschland zu sehen ist, gibt es allerdings erst am 7. Oktober 2135.