Die AfD liegt in der aktuellen Nordkurier-Umfrage zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern klar vor der SPD. Laut der Erhebung des Instituts INSA Consulere, die vom 4. bis 11. August landesweit 1000 Wahlberechtigte befragte, erreicht die AfD 36 Prozent, die SPD 29 Prozent. Die Linke kommt auf 11 Prozent, die CDU auf 10 Prozent, die Grünen auf 5 Prozent. BSW und FDP würden mit 4 beziehungsweise 3 Prozent den Einzug in den Landtag verpassen.
AfD-Spitzenkandidat sieht Partei in der Mitte der Gesellschaft
Enrico Schult von der AfD sieht seine Partei gestärkt: „Die AfD ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Bürger im Land sehnen sich nach einer politischen Veränderung, und wir sind der Neustart, den Mecklenburg-Vorpommern dringend braucht. Unser Anspruch ist es, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen.“ Erfreulich sei, dass die Umfragewerte der SPD stagnierten. „Schwesigs unglaubwürdige Distanzierung von ihrer Bundespartei verfängt nicht. Die Wähler durchschauen diese platte Wahlkampfrhetorik.“
Schwesig: Weiter aufholen bis zur Wahl
Manuela Schwesig, Spitzenkandidatin der SPD, betont: „Wir haben seit Beginn des Jahres zugelegt, müssen aber bis zur Wahl weiter aufholen. Ich stehe dafür, dass das Land stabil und verlässlich regiert wird.“ Sie vertrete die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Land und auf Bundesebene. „Es geht um Wirtschaft und Arbeitsplätze, Familien und Kinder, aber auch um Unterstützung der Älteren und sozialen Zusammenhalt. Ich bitte alle, die möchten, dass ich meine Arbeit als Ministerpräsidentin fortsetze, SPD zu wählen.“
Linke und CDU: Unterschiedliche Deutungen
Hennis Herbst von der Linken sieht seine Partei im Aufwind: „Die Linke erfährt weiterhin viel Zuspruch. Wir kämpfen für ein bezahlbares Leben, starke Bildung und damit um linke Mehrheiten in Mecklenburg-Vorpommern.“ Man setze auf Inhalte statt Parteitaktik. „Es braucht keinen Scheinzweikampf, sondern Mehrheiten für soziale Gerechtigkeit. Und die gibt es nur mit der Linken.“
Daniel Peters von der CDU warnt vor den Folgen eines Linksbündnisses: „Mecklenburg-Vorpommern braucht eine starke politische Mitte, und die gibt es nur mit der CDU. Ein Linksbündnis bedeutet mehr Steuern, mehr Bürokratie, Politik von Rechtsaußen treibt Arbeitskräfte aus dem Land und schwächt die Wirtschaft.“ Die Zahlen seien ein Ansporn, stärker für die eigenen Inhalte zu werben – etwa innere Sicherheit, Wirtschaft und Arbeitsplätze sowie eine Bildungspolitik, die auf Leistung setze. „MV muss besser werden.“
Grüne, BSW und FDP: Reaktionen auf die Umfrage
Claudia Müller von den Grünen sieht einen Aufwärtstrend: „Wir Bündnisgrüne sind im Aufwärtstrend. Gleichzeitig wird deutlich: Für eine stabile demokratische Regierung werden starke Bündnisgrüne gebraucht.“ Man sei bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen und wirksamen, gerechten Klimaschutz voranzutreiben. Dazu gehöre auch, Städte und Gemeinden besser vor Hitze, Starkregen und anderen Folgen der Klimakrise zu schützen und wirtschaftliche Potenziale auszuschöpfen.
Peter Schabbel vom BSW relativiert die Zahlen: „Umfragen sind Umfragen - nicht mehr und nicht weniger. Mit den Zahlen wird auch viel Politik und Stimmung gemacht. Wir lassen uns davon nicht beunruhigen.“ Man nehme die Resonanz im Land positiv wahr. „Viele Bürger wünschen sich, dass das BSW zum ersten Mal in den Schweriner Landtag einzieht. Das werden wir auch schaffen!“
Jakob Schirmer von der FDP sieht Umfragen als Momentaufnahmen: „Umfragen sind Momentaufnahmen – für uns sind sie vor allem Ansporn, weiter hart für unsere politischen Ziele zu arbeiten.“ Man bleibe motiviert und überzeugt, dass es auf die Inhalte und den Einsatz vor Ort ankomme. „Die FDP wird bis zur Wahl und darüber hinaus alles daransetzen, die Menschen von unserem liberalen Angebot zu überzeugen.“