Joyce Hübner hat am Freitag, 14. August, ihren 440. Marathon in Folge absolviert. Die 42,7 Kilometer lange Etappe führte die Berlinerin von Schwerin über Venzkow nach Weitendorf. Entlang der Strecke warteten immer wieder Fans, die die Weltrekordlerin anfeuerten, einige begleiteten sie ein Stück zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Start in Friedrichsthal
Kurz nach 9 Uhr startete Hübner in Friedrichsthal am Schweriner Stadtrand. Von dort führte die Route hinaus aus der Landeshauptstadt, durch Westmecklenburg und über Venzkow weiter in Richtung Weitendorf. Venzkow ist dabei Teil der Etappe, bevor die 38-Jährige ihren Weg durch die ländlich geprägte Region fortsetzte.
Fans aus der Region
Schon zum Start war Hübner nicht allein. Einige Fans waren gekommen, um sie anzufeuern, andere schlossen sich direkt an. Manche liefen einige Kilometer mit, andere begleiteten die Extremsportlerin auf dem Fahrrad. Auch unterwegs tauchten immer wieder Menschen auf, die Hübners Projekt schon länger über die sozialen Netzwerke verfolgen. So auch Nele und Nele. Die beiden 18-Jährigen aus Venzkow warteten an dem geplanten Verpflegungspunkt zwischen Crivitz, Demen und Jülchendorf auf die Läuferin. Eine von ihnen verfolgt Hübner seit rund einem Jahr auf TikTok. „Ich fand’s cool, was sie gemacht hat“, erzählt sie. Vor allem die Konsequenz der Berlinerin beeindrucke sie. „Dass sie alles so durchzieht, dass sie viel teilt, ihre Art und so, mag ich einfach sehr gerne.“ Dass die Influencerin nun tatsächlich durch Mecklenburg-Vorpommern läuft und dabei auch kleinere Orte passiert, macht das Projekt für die beiden plötzlich greifbarer. „Man dachte irgendwie immer, sie ist so weit weg und in Berlin“, sagt Nele. Große sportliche Ambitionen hatten die beiden an diesem Tag allerdings nicht. Sie wollten Joyce vor allem sehen und anfeuern.
Landschaften verschwimmen
Als Hübner schließlich bei Venzkow eintraf, wirkte sie trotz der bereits zurückgelegten Kilometer gelassen. Besonders angenehm fand sie an diesem Tag, dass die Route vergleichsweise selten über Landstraßen führt. „Jetzt zum Schluss ein bisschen Waldweg, das ist immer schön“, sagte sie bei einer kurzen Pause. Die Landschaft selbst kann die 38-Jährige inzwischen allerdings kaum noch einem bestimmten Bundesland zuordnen. „Seitdem ich aus dem Mittelgebirge raus bin, schaut die Gegend eigentlich nahezu gleich aus“, erzählte sie. Teilweise erkenne sie erst an den Innenstädten, dass sie inzwischen in einem anderen Bundesland angekommen ist.
Probleme mit der Wade
Ganz spurlos gehen mehr als 400 Marathons in Folge dennoch nicht an ihr vorbei. Auf die Frage nach der größten Herausforderung des Tages musste Hübner nicht lange überlegen. „Ich habe seit ein paar Tagen ein bisschen Zwicken in der linken Wade“, sagte sie. Aufhalten ließ sie sich davon zunächst nicht. Nach der kurzen Pause ging es weiter. Schließlich fehlten noch einige Kilometer bis zum Ziel in Weitendorf – und am nächsten Tag wartete bereits die nächste Etappe ihres Deutschlandprojekts. Für Nele und Nele endete das Warten bei Crivitz dagegen mit einem persönlichen Höhepunkt. Nachdem sie ihr Lauf-Idol angefeuert hatten, blieb noch Zeit für ein gemeinsames Foto mit Joyce Hübner.