Die Fähre zur Burgwallinsel fährt in diesem Jahr wieder – mittwochs bis sonntags. Doch Teterows neuer Bürgermeister Robert Straßburg will mehr: Er schlägt jetzt eine Brücke vom Festland zur Insel vor, um unabhängiger vom Fährbetrieb und vom Fahrgastschiff „Regulus“ zu werden. Der Vorschlag ist Teil eines Konzepts, das die Burgwallinsel, den Sauerwerder und das Naturschutzgebiet „Binsenbrink im Teterower See“ umfasst.
Ringschluss mit Wanderweg und Brücke
Straßburg spricht von einem Ringschluss: Vom Burgwall-Parkplatz aus solle ein Wanderweg am Naturschutzgebiet entlang führen. Am Ende könnte eine Brücke zum Wendenkrug entstehen. Derzeit gibt es nur den Weg mit Fährübersetzung zum Wendenkrug. 2025 war der Fährbetrieb mangels Fährmanns komplett ausgefallen.
Die Burgwallinsel ist ein kulturhistorischer Ort. Bereits Ende des 9. Jahrhunderts gab es dort slawische Siedlungen und eine Fluchtburg; der Wall ist noch sichtbar. Historisch war die Insel über zwei Brücken erreichbar: eine rund 750 Meter lange vom Bereich der Galgenbergsweide in der Teschower Siedlung über den Brügghop bis auf die Insel, die zweite verlief dort, wo heute die Fähre pendelt.
Info-Center und Außenstelle des Stadtmuseums
Weil die Insel im Naturschutzgebiet liegt, sieht Straßburg ein Info-Center idealerweise am Parkplatz beim Fähranleger vor. Von dort könnten Besucher zum Burgwall-Ensemble starten. Entlang des Weges seien Informationstafeln zur Geschichte und Natur denkbar. Zudem möchte Straßburg die Entstehungsgeschichte Teterows und der Region stärker präsentieren – etwa in einer Außenstelle des Stadtmuseums. Vorgesehen sind Informationen zur Ur- und Frühgeschichte sowie für Pflanzen- und Vogelkundler. Das Gebiet gilt als Beobachtungsort unter anderem für Seeadler und Silberreiher; als Reliktpflanzen werden Schlangenlauch, Königskerze und Erzstern genannt.
Auch eine Nutzung als Forschungsstelle für Studierende und Wissenschaftler hält Straßburg für möglich. Auf dem Sauerwerder hat der Bürgermeister das frühere Nabu-Häuschen im Blick. Es könnte dauerhaft von einem Ranger genutzt werden. Denkbar sind Führungen und Exkursionen für Schulen.
Kulturministerin mahnt realistische Projekte an
Kürzlich stellte Straßburg die Pläne Mecklenburg-Vorpommerns Kulturministerin Bettina Martin bei einem Besuch der Insel mit der „Regulus“ vor. Martin zeigte sich angetan von der Gegend und verwies auf das Potenzial. Sie betonte zugleich, die Gemeinde müsse konkrete und realistische Projekte entwickeln und entscheiden, was sie wolle. Bauliche Investitionen auf kommunaler Ebene könne ihr Ressort nicht fördern; Projektanträge seien jedoch möglich. Beim Rundgang hob Martin vorhandene Elemente wie Erklärschilder hervor, die sich weiter aufarbeiten ließen. Zum Wendenkrug sagte sie: „Das ist ein Hammer-Haus.“
Aktuell gibt es im „Wendenkrug“ freitags bis sonntags einen Kioskbetrieb. Die Stadtwerke Teterow führen bis Ende August ein Interessenbekundungsverfahren für den zukünftigen Betrieb des Hauses mit Gaststätte und Gästezimmern ab 2027.