Radfahren steht für Reinhard Huß ganz oben an. Seit vielen Jahren plant er die Touren des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs in Schwerin (ADFC). „Unser Programm bieten wir seit Jahren an, hauptsächlich in den Monaten Mai bis September“, erzählt er. Jeweils am Sonnabend geht es auf Tour. Die Strecken liegen meist zwischen 50 und 90 Kilometern. Außerdem gibt es dienstags die Feierabendtouren, insgesamt fünf im Jahr.
Nachhaltigkeit im Fokus
Diese kurzen Touren haben ein besonderes Ziel: „Wir besuchen verschiedene Orte und Firmen der Klimaallianz, um aus erster Hand zu erfahren, wie Nachhaltigkeit in der Region Projekte umgesetzt werden“, erklärt Huß. Ob Nahverkehr Schwerin, Naturschutzstationen oder Unternehmen wie Green Life; unterwegs wird anschaulich, wo Umweltschutz im Alltag beginnt.
Lewitztour lockt Radfreunde nach Schwerin
Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt die Nachfrage. „Die Lewitztour hat den größten Zulauf, jedes Jahr radeln bis zu 50 Teilnehmende mit“, sagt Huß. Bei den anderen Touren seien es meist zwischen zehn und 20 Teilnehmer. Wer mitradeln möchte, zahlt sechs Euro, Mitglieder und Kinder zahlen drei Euro. „Ich bin nicht der einzige Tourenleiter, aber ich bündele die Angebote des ADFC und stelle das Programm zusammen“, ergänzt Huß.
Seit der Gründung des ADFC Schwerin im Mai 1991 ist das gemeinsame Radfahren ein zentraler Bestandteil des Vereinslebens. Die Regionalgruppe, eine Untergliederung des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, zählt rund 420 Mitglieder vom Schweriner See bis an die Landesgrenzen im Süden und Westen.
Eine Tour zum Roten See
Alle Touren starten in Schwerin am Markt vor der Tourist-Information. So auch am 25. Juli, wenn um 9.30 Uhr die sportliche Fahrt zum Roten See bei Brüel startet. Über Zippendorf, Leezen, Langen Brütz, Weberin, Wendorf und Schönlage führt der Weg zum See mit Badestopp und Brotzeitpause. Zurück geht es über Brüel, Kloster Tempzin, Buchholz und Regendorf, rund 90 Kilometer. Nur zwei Tage später, am 28. Juli, beginnt um 17 Uhr die Feierabendtour. Dieses Mal unter dem Titel „ZGM - Tour de la Durabilité“, sie führt die Teilnehmer zu markanten städtischen Gebäuden in der Landeshauptstadt. Treffpunkt ist am Markt in Schwerin.
Am 1. August führen Huß und Mitstreiter über Herren Steinfeld und Cramon zum Lotti-Hof in Testorf-Steinfort, einem Gnadenhof für Tiere. Nach Pause und Besichtigung geht es über Alt Meteln, Lübstorf und Seehof zurück, 50 Kilometer. Eine Woche darauf, am 8. August, steht die Tour rund um den Dümmer See an. Die führt über Wittenförden, Grambow und Wodenhof nach Dümmer. Dort gibt es eine Badepause und einen Imbiss, bevor die Rückfahrt über Walsmühlen und Stralendorf erfolgt.
Geheime Feierabendtouren und die „19-Seen-Radtour“
Am 11. August startet um 17 Uhr die nächste Feierabendtour, deren Ziel wieder geheim bleibt. Am 15. August geht es über den Paulsdamm, Rampe, Leezen und Langen Brütz zum Gestüt Schloss Wendorf, wo eine Führung über das Gestüt der Bernsteinreiter wartet. Die Rückfahrt erfolgt über Vorbeck, Godern und Raben Steinfeld. Ein Highlight folgt am 22. August mit der „19-Seen-Radtour“. Auf 75 Kilometern erkundet die Gruppe neben dem Schweriner See auch weniger bekannte Gewässer wie den Grimkesee, die Große Karausche, den Kirchsee, den Mühlensee und den Sievertsee.
Zum Monatsabschluss geht es am 29. August von Schwerin zum Historischen Bahnhof Gadebusch. Die Route führt über Wittenförden, Grambow, Lützow und Pokrent, zurück über Vietlübbe, Drieberg und Warnitz, etwa 60 Kilometer. Alle Touren werden von erfahrenen ADFC-Guides geführt. Anmeldungen sind unter [email protected] möglich. Für Reinhard Huß ist das gemeinsame Radeln mehr als Freizeit: „Es geht nicht nur ums Fahren“, sagt er, sondern darum, die Region auf nachhaltige, gemeinschaftliche Weise zu erleben.