Seit mehr als einem Jahr können Polizisten in Mecklenburg-Vorpommern keine Smartphones im Dienst nutzen. Die Landesregierung will die Auslieferung neuer Geräte nun in den kommenden drei Wochen starten. Das kündigte das Innenministerium an. Zunächst sollen nur drei Polizeireviere beliefert werden.
Hacker-Angriff legte System lahm
Ein Hacker-Angriff hatte das System lahmgelegt, die alten Handys wurden einkassiert. Innenminister Christian Pegel wollte die Verteilung neuer Geräte ursprünglich im Sommer beginnen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (beide SPD) hatte Anfang Juli von „den kommenden Wochen“ gesprochen.
Nun heißt es aus dem Ministerium, man „beabsichtige“ den Start der Auslieferung „in den kommenden drei Wochen“. Die letzten Abstimmungen mit dem Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit sowie die abschließenden Tests befänden sich „in den letzten Zügen“, erklärte Dörte Lembke, Sprecherin des Innenministers.
Pilotphase für drei Dienststellen
Die „Pilotphase“ ist eine Formulierung, die das Ministerium seit Kurzem benutzt. Das bedeutet: Nicht alle Polizisten erhalten gleich eines der geplanten 4500 Smartphones, sondern zunächst nur drei Dienststellen im Land. Von den Fortschritten dort hänge ab, wie es weitergeht. Beamte befürchten, dass der Prozess viele Monate oder sogar Jahre dauern wird.
Die Smartphones sind wichtig für die tägliche Polizeiarbeit. Damit greifen Beamte auf Datenbanken zurück, fotografieren und geben selbst Daten ein. In Mecklenburg-Vorpommern ist seit Langem viel Handarbeit angesagt – Stift und Papier statt Technik. In anderen Bundesländern sei dagegen Standard: Zugriff auf polizeiliche Auskunftssysteme, Diktierfunktion, Navigation, Einlesen von Dokumenten oder einfache Internetsuchfunktionen. Zuletzt war durchgesickert, dass die neuen Handys nicht voll internetfähig sein werden.
Sicherheit hat Vorrang
Hintergrund der langwierigen Vorbereitungen sei der komplexe Neuaufbau des IT-Netzwerks. Sicherheit gehe vor, heißt es aus dem Ministerium. Schließlich würden sensible Daten von Bürgern verwendet und transportiert.
Die Gewerkschaft der Polizei MV hakt immer wieder kritisch zum Thema nach. Landesvorsitzende Kristin Frosch sagte zuletzt: Pegel wisse um „die große Bedeutung mobiler Endgeräte“. Deshalb müsse diesen „eine hohe Priorität“ eingeräumt werden.