Die Deutsche Bahn scheitert am Alltag, während einzelne Vorstandsmitglieder weiterhin Gehälter und Boni in Millionenhöhe kassieren. Das kritisiert ein Kommentar, der die Diskrepanz zwischen dem täglichen Chaos auf den Schienen und den hohen Vergütungen an der Spitze des Konzerns aufzeigt.
Wenn der Zug zur Wundertüte wird
Wer auf einen Zug wartet, erlebt häufig die moderne Variante des Bahnfahrens: Der Zug fährt vorbei, der Anschluss fährt weg, die Information kommt hinterher. Das ist längst kein Einzelfall. Auf Deutschlands Bahnhöfen wird täglich das gleiche Stück gegeben: „Warten auf die Bahn“.
Dabei soll der Bürger vom Auto auf die Schiene wechseln – gut fürs Klima und die Umwelt. Doch die Schiene wird zur Wundertüte: Kommt der Zug? Hält er? Aus einer Zugfahrt wird schnell eine Geduldsübung, der Anschluss zum Glücksspiel und der Fahrplan zur Fantasie.
Millionen trotz Chaos
Es braucht weder Schnee noch Sturm noch Hitzewelle, um das System kollabieren zu lassen. Die Bahn scheitert am Alltag: fehlender Anschluss, falsche Anzeige, ein Zug, der nicht hält – fertig ist das Chaos.
Während Fahrgäste auf dem Bahnsteig ihre Lebenszeit verrinnen sehen, verdiente ein aktives Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn 2025 im Schnitt 1,17 bis 1,22 Millionen Euro. Eine Berechtigung dafür scheint fraglich – schließlich kann es kaum für Pünktlichkeit gewesen sein.