Hanse Sail 2026: Halbe Million Besucher, aber auch Kritik
Hanse Sail 2026: Halbe Million Besucher, aber Kritik

Die 35. Hanse Sail in Rostock hat vom 6. bis 9. August rund eine halbe Million Menschen angezogen. Das maritime Volksfest, das als größtes Traditionsseglertreffen Europas gilt, lockte Besucher aus nah und fern an die Ostsee. Eine Umfrage unter den Gästen zeigt: Die Begeisterung ist groß, aber es gibt auch deutliche Kritikpunkte.

Treue Fans: „Es ist einfach DAS Event des Jahres“

Fenja und Flo kommen seit Jahren regelmäßig zur Hanse Sail. „Es ist einfach DAS Event des Jahres“, sagen sie. Sie genießen mit Freunden die Musik und den Sonnenuntergang über der Warnow. Auf die Frage nach den Schiffen lachen sie: „Ja, die Schiffe sind auch da.“

Für viele jüngere Besucher stehen vor allem Fahrgeschäfte und die Volksfest-Atmosphäre im Vordergrund. „Es ist einfach schön hier mit meinen Leuten über die Sail zu gehen“, sagt eine junge Besucherin. Sie schätzt die Breite des Angebots: „Da ist wirklich für jeden was dabei.“

Internationale Vielfalt wird gelobt

Gelobt wird auch die internationale Vielfalt auf dem Festgelände. „Ganz toll hat mir gefallen, dass es international ist“, sagt eine Besucherin aus Frankfurt (Oder). Sie verweist auf Stände aus Polen: „Mein Mittagessen bestand heute aus einem polnischen Gericht – ganz wie ich es von zuhause kenne.“

Die Traditionssegler ziehen weiterhin viele in ihren Bann. „Alles, was mit besegelten Schiffen zu tun hat, finde ich großartig“, sagt ein Besucher. Er freue sich, die Schiffe in natura zu sehen. „Wann sonst hat man eine solche Gelegenheit?“ Rund 15.000 Mitfahrtickets waren laut Veranstalter im Umlauf.

Kritik an Großseglern und Musikangebot

Doch neben Lob gibt es auch kritische Töne. Viele Schiffspotter und Gäste vermissen die gigantischen Großsegler, die früher auf der Hanse Sail zu sehen waren. Auch das musikalische Angebot sei „früher mal besser gewesen“.

Das Innenstadt-Areal wird ebenfalls negativ erwähnt. „Das waren viel zu wenig Stände“, sagt eine Frau aus Wismar. „Der Regionalmarkt sollte schon ein breites Bild der Region bieten. So ist das ja fast schon peinlich für unsere Region.“

Moby Dick Markt: zu klein und zu wenig beworben

Auch der Moby Dick Markt hätte für zwei Besucher aus Berlin „größer“ sein können. „Ich finde es schon cool, dass hier alles nachhaltig ist“, meint Joost. „Aber damit muss man auch werben und es groß aufziehen.“ Seine Freundin Dani mag Kunsthandwerk, aber auch sie hätte sich einen „verwinkelteren“ und „größeren“ Markt gewünscht. „Hier ist ja doch hauptsächlich Durchgangsverkehr“, sagt sie.

Barrierefreiheit bleibt ein Problem

Nicht alle Gäste kommen gleich gut durch die Menschenmengen. „Der Nachteil ist für Rollstuhlfahrer: Der Weg, egal wo hin, ist ziemlich beschwerlich“, sagt ein Besucher. Er müsse oft am Rand warten, während seine Begleiter stöbern.

Christian Kaiser, der mit dem Rollstuhl unterwegs ist, kommt „kaum an die Kaikante“. Überall seien Hindernisse. „An die Kaikante komme ich eigentlich gar nicht ran“, sagt er. Von einem barrierefreien Weg habe er nichts mitbekommen: „Den hätt' ich wahrscheinlich dann auch genommen.“