E-Mails von Wal-Retter Gunz belasten Umweltminister Backhaus
E-Mails von Wal-Retter Gunz belasten Backhaus

Zwei E-Mails des Investors der privaten Walrettungs-Initiative, Walter Gunz, an Umweltminister Till Backhaus (SPD) belegen erstmals einen direkten Zusammenhang zwischen der Rettungsaktion für den Buckelwal und der bevorstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Die Mails liegen dem NDR vor und datieren auf den 11. April 2026. In der ersten schreibt Gunz: "Vielleicht können wir gemeinsam den Wal retten und Sie die Wahl". In der zweiten, wenig später nachgesandten Mail heißt es: "Wir retten gemeinsam den Wal. Und Sie retten Ihre Wahl." Gunz ergänzt: "Selbst wenn wir scheitern wird man da positiver bewerten, als nichts zu tun und auf den Tod von Timmy warten." Das Umweltministerium bestätigt auf Nachfrage die Echtheit beider E-Mails.

Kehrtwende nach Mail-Eingang

Lange Zeit hatte Backhaus eine Rettung des Ende März vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals abgelehnt. Am 15. April vollzog er dann öffentlich die Kehrtwende und gab grünes Licht für den Rettungsversuch – gegen den ausdrücklichen Rat von Experten, auch aus seinem eigenen Haus. Nur wenige Tage zuvor hatte er die beiden E-Mails von Gunz erhalten.

Ministerium weist Vorwürfe zurück

Das Umweltministerium teilt auf Anfrage des NDR mit, die Mail sei nicht ausschlaggebend für die Duldung des Rettungsversuchs gewesen, sondern das später vorgelegte Rettungskonzept sowie die Einschätzung der Rechtslage. Es habe keine Rechtsgrundlage gegeben, den Rettungsversuch zu untersagen. Auf die Frage, ob die Landtagswahl eine Rolle gespielt habe, heißt es: "Nein. Die Entscheidungsfindung gründete allein auf Gutachten zum Zustand des Tieres, das ein Überleben des Tieres nicht ausschloss sowie die Feststellung, dass es keine Rechtsgrundlage für eine Untersagung der Rettungsaktion gab." Ob Backhaus tatsächlich einen Bezug zur Landtagswahl gesehen hat, ist möglich, aber Stand jetzt nicht nachzuweisen.